Zapatistische Armee der Nationalen Befreiung Mexiko



18.-19. Februar 2006



Im Namen des Zapatistischen Intergalaktischen TV Systems [*spanische

Abkürzung SZTVI], "das einzige Fernsehen, das gelesen wird," möchten wir uns

für den Raum für die Präsentation dieser Sondersendung bedanken, gesponsert

von "Huaraches Yepa, Yepa. Das einzige globalisierte Huarache" und "El Pozol

Agrio - Genuss für den Gaumen."


Bei dieser Gelegenheit möchten wir auch berichten, dass die Kanäle, auf

denen SZTVI ausgestrahlt wird, ausschließlich und vorzugsweise für den

Zugriff der alternativen Medien zur Verfügung stehen, und für alle

ehrlichen, prinzipientreue Menschen überall auf der Welt. Als Alternative

zum ermüdenden (und ineffizienten) PPV System, bietet das SZTVI das NPPL (No

Pay Per View) System an, als höfliche Geste für unsere Compañeros und

Compañeras.


Die folgende Sendung wird auf der Bandweite von unten und links wiederholt

werden, durch Methoden, die vom Piratensender bis hin zum hochentwickelten

(und praktisch unstörbaren) Kloklatsch reichen. Und nun, die Sendung...
















DIE ERSTEN ANDEREN WINDE


Erster Teil


(Chiapas, Quintana Roo, Yucatán, Campeche)



"Wir wollen, dass Ihr unserem Wort Wind verleiht, damit es sehr hoch fliegt

und sehr weit kommt."


Worte eines Maya-Indigenas, gesprochen im Anderen Cancún, im Anderen

Quintana Roo, im Anderen Südosten, in der Anderen Kampagne, im Anderen

Mexiko.


Auf sich selbst schreitend, mit dem Vorwand einer Skimaske, nahm die Andere

Kampagne dieses Jahr ihren Anfang, von ihren ersten Schritten an darauf

hinweisend, wie die Antwort von oben lauten würde. Der Marsch mit vereinten

Kräften der Anderen Kampagne, der am 1. Januar 2006 in San Cristóbal de Las

Casas stattfand, konnte miterleben, wie die Straßenlichter ausgingen,

während er sich näherte. Fast gleichzeitig wurden die Mikrophone, Kameras,

Kassettenrekorder und Notebooks eins nach dem anderen abgedreht. Der erste

Sieg der Anderen Kampagne: mehr als Gleichgültigkeit verrät das Schweigen

von Oben Furcht, viel Furcht. Die gemeinsamen Schritte der Anderen sind

nicht nur eine Herausforderung an das wirtschaftliche und soziale System

(und der politischen Klasse, die davon und damit lebt), sie sind auch ein

weiterer Schritt, eine Änderung im Schritt und Richtung jener, die sich

bisher in der Defensive befunden haben, Widerstand leisteten, überlebten, an

der Geschichte kratzten, um nicht zu fallen. Die Andere Kampagne ist nun ein

Schritt in die Offensive. Und damit ein Klang, der sich, obwohl noch klein,

aus dem Mexiko von unten erhebt. Und er erhebt sich, um sich selbst in ein

Murmeln zu verwandeln, dann in einen Schrei, und schließlich in eine

Bewegung. Mit dieser Reise hat die Andere Kampagne eine Botschaft für die

Oberen: "Ya Basta. Es reicht. Jetzt nehmen wir es mit euch auf." Ein kalter

Schauer läuft über den Rücken des Systems: Anstatt den Oberen zuzuhören,

ziehen es die Unteren vor, sich selbst zuzuhören.



CHIAPAS


Oben, eine Wanderbühnenkulisse. Unten, ein noch unvollständiges Herz und

eine wachsende Empörung, die nach Weg, Pfad, Richtung und Schicksal sucht.


Die Stationen der Anderen Kampagne folgen einzeln aufeinander, aber die

indigene Stimme wiederholt sich. Vom ersten Tag an hat die Andere Kampagne

gezeigt, dass sie mehr, viel mehr ist, als die EZLN. San Cristobál de Las

Casas, Palenque, Chiapa de Corzo, Tuxtla Gutiérrez, das Gefängnis von Amate,

Tonalá, Joaquín Amaro, San Isidro, Huixtla, Ejido Nuevo Villa Flores.

Indigenas, ganz besonders Indigenas, und gemeinsam mit ihnen jene, die ihr

Leid und ihre Rebellionen begleiten: Nichtregierungsorganisationen, Gruppen,

Kollektive, Familien, Personen, die für die Verteidigung der Menschenrechte

arbeiten, für die Gleichberechtigung der Geschlechter, für produktive

Projekte, Bildung, Kultur, Umweltschutz, alternative Kommunikation, Analyse

und theoretische Debatte. Mehrheitlich Frauen, mehrheitlich junge Leute.

Dort sind sie, dort waren sie immer, schon vor 1994.


Aber etwas hat sich verändert: ihre Stimme trägt nicht mehr nur Solidarität

und Unterstützung für den Zapatismus, nun spricht sie von ihrer eigenen

Geschichte, ihrem Widerstand, ihren Kämpfen. Das "Dies ist, was ich bin" mit

dem die Sechste Erklärung aus dem Lakandonischen Urwald beginnt, fängt jetzt

an, andere Geschichten zu erzählen und die Anderen durch ihre eigenen

Stimmen zu benennen. Indigene Organisationen und indigene Gemeinschaften,

sie sind keine Zapatisten, aber auch keine Anti-Zapatisten, demonstrieren,

dass das ungelöste Anliegen, nicht nur jenen zufällt, die sich 1994

bewaffnet erhoben haben, sondern auch der Wurzel der mexikanischen

Bevölkerung selbst.


Das Wiedererscheinen der evangelischen Indigenas aus der Umgebung von San

Cristóbal de Las Casas hat mit der Illusion aufgeräumt, dass das Andere

Jovel mestizisch sei. In Palenque entwickelt sich etwas, dass wie ein

Symptom anmuten mag, aber in Wirklichkeit eine Bewegung ist, die wächst,

während die Andere Kampagne durch den mexikanischen Südosten weiterzieht:

Widerstand gegen die hohen Elektrizitätskosten und gegen Privatisierung. Die

ersten Stimmen gegen die Angriffe der Regierung, die versucht die

Stromindustrie zu privatisieren, haben eine dunkle Farbe und sprechen

indigene Sprachen.


In Chiapa de Corzo und Tuxtla Gutiérrez erscheinen neue Stimmen mit ihrem

eigenen Klang: Straßenhändler, Lehrer, Studenten, Bewohner, nicht-indigene

Campesinos. Die Spannungslinie, die den Südosten mit den Norden vereinen,

tritt bei den ersten Schritten in Erscheinung: David Meza, Chiapaneke, der

als Sündenbock benutzt wird, um die Ineffizienz der Beamten bezüglich der

Frauenmorde zu verbergen, die sich in Ciudad Juárez, Chihuaha eingenistet

haben. Der junge Mann (26) wird beschuldigt, seine Kusine ermordet zu haben,

Neyra Azucena Cervantes (19). Durch Folter wurde er gezwungen, ein

Geständnis zu unterzeichnen. Der oder die wahren Mörder (von denen bisher

noch keine Videos oder Audioaufnahmen gefunden worden sind) sind immer noch

auf freiem Fuß und fügen der Liste des Leides im mexikanischen Norden neue

Tode hinzu.


Die jungen Studenten weisen auf eine Wahrheit: die Bildungslage ist schlecht

und bewegt sich in Richtung Privatisierung, und wenn sie mit dem Studium

fertig sind gibt es keine Arbeit. Die Ungerechtigkeit trägt in Chiapas das

Gesicht und die Namen von Indigenas, Campesinos, Lehrern, Journalisten. Aber

auch die rebellische Würde: Sektion VII der SNTE [Nationale Gewerkschaft der

BildungsarbeiterInnen] und die Nationale Landarbeitergewerkschaft UNTA

steuern nicht nur Häftlinge bei, sondern auch Mobilisierungen. In Tonalá, in

Joaquín Amaro, in San Isidro und in Huixtla, tritt die Bewegung des zivilen

Widerstandes gegen die hohen Stromkosten wieder in Erscheinung, aber diesmal

wissen sie, dass sie nicht alleine sind.


Und an der gesamten Küste von Chiapas ist die gemeinsame Arbeit von Beamten

und Firmen für die Zerstörung der Natur zu sehen. Arbeit ist nun ein Luxus,

für den man zahlen muss, und Armut ist ein Verbrechen. Kritik wächst gegen

die politische Klasse und gegen die PRD als umgetaufte PRI, mit ihrer

verbesserten und gesteigerten Korruption. Wasser ist hier knapp, den Schulen

mangelt es sogar an Tafeln und Fox' Bekundungen über die "exzellente

Bildung" klingen wie ein schlechter Witz. Alte Menschen protestieren

dagegen, wie nicht-wiederverwertbare Produkte behandelt zu werden. Überall

an der Küste ist die Sierra eine offene Wunde, die weit davon entfernt ist

zu heilen. Weiter oben kommen wir zum Ejido Nuevo Villa Flores und der

kämpferischsten Veranstaltung der anderen Kampagne, mit der OCEZ-UNOPII als

Gastgeberin.


Auf halber Strecke erzwingt ein Schlag gegen das Herz das Schweigen, mit

denen wir jene Kampfgefährten betrauern, die wir lieben. Comandanta Ramona

ist von uns gegangen, und hinterlässt eine vielfarbige Stickarbeit als

zapatistischer Vorschlag für die Andere Kampagne im ganzen Land. In den

Bergen des mexikanischen Südostens, reißen wir Zapatisten ein Stück von den

Kleidern, die wir tragen, und mit diesem kummervollen Fetzen auf unserer

linken Schulter, benennen wir jene, die wir nun über alle Maßen vermissen.


Inzwischen, während die Reise der Anderen Kampagne weitergeht, wechselt die

Staatsregierung die Bühnenkulisse zu "Alles ist ruhig in Chiapas" um, aber

nur für den Konsum derjenigen, die das Mordaza-Gesetz [Knebel-Gesetz gegen

die Pressefreiheit] akzeptiert haben. Für die Photographen: Maschinen, die

an der Reparatur der Strassen arbeiten. Für den Schatten: der Skandal der

"verschwundenen" Hilfsmittel und Gelder für die Opfer der Hurrikans. Die

Regierung von Chiapas – wenn sie etwas Zeit erübrigen kann von ihrer Arbeit

als Grundstücksmakler und Imageberater für den "Jeans-König" (und Kaiser der

Päderasten und der Kinderpornographie) – verfolgt und sperrt dissidentische

Lehrer und Journalisten ein, und baut außerdem Monumente des Eigenlobs für

sich und für Fox. Die Reise der Anderen Kampagne zwingt sie, ihre

öffentlichen Ausgaben zu verdoppeln.


Zu spät. Es spielt keine Rolle, ob die da oben ihre Augen und Ohren

verschließen. Hier unten wurde gehört und gesehen. Jetzt erhebt sich ein

Wind, und von unten und links zieht es Richtung…


QUINTANA ROO


Oben, ein Land der Hotelbesitzer. Unten, spricht Chan Santa Cruz von Neuem.


Chetumal, Carrillo Puerto, Playa del Carmen, Cancún. Namen, die auf

Touristenziele, große Hotelketten und Naturkatastrophen hinweisen. Aber die

Geschichte von unten weiß zu berichten, dass Letztere von den

geschäftsfreundlichen Regierungen gebracht wurden. Die Privatisierung weiter

Land- und Wassergebiete wurden durch Gesetzesumgehungen, durch die

Beschlagnahmungen von Ejido- und Gemeindeland und durch die Zerstörung der

Natur erreicht. Die Stimme der Campesinos denunziert das Beschlagnahmen von

Land und die Privatisierung der Strände, die von Procede

[Regierungsprogramm, das u.a. auf den Verkauf von Gemeindeland drängt]

angeführt wurden. Während die nordamerikanische Regierung an der nördlichen

Grenze eine Mauer errichtet, wird in Majahual eine weitere von ausländischen

Firmen errichtet, um den Zugang zum Strand zu versperren. Die Landgegend

unter diesem Himmel leidet nicht länger unter der Unaufmerksamkeit der

Regierung. Jetzt besitzt sie ihre ungeteilte Aufmerksamkeit, aber nur, um

sie zu erobern und vernichten: hohe Verzinsung, niedrige Preise für

Produkte, die Verwandlung von Ejidatarios und Comuneros in

Kleinstlandbesitzer unter Procede. Das Ergebnis ist Verschuldung,

Beschlagnahmung oder Kauf und Verkauf. Und da wo es früher Ackerland gab,

steht nun, oder wird stehen, ein Einkaufs- oder Touristenzentrum, eine

Erholungsgegend oder ein Flughafen.


Schlimmer noch: Nach Hurrikan Wilma, war es da etwa nicht die Priorität von

Fox' PAN-Regierung, den großen Hotelbesitzern Hilfe zu bringen anstatt den

bescheidenen Leuten? Furcht vor der Anderen Kampagne veranlasste die Oben,

an die Mayas von Nicolás Bravo Decken zu verteilen, damit sie nicht zu den

Treffen gehen würden, während das Holz von großen Konzerne mit

Regierungszulassungen geplündert und der Urwald mit gesetzlicher

Unterstützung vernichtet wird.


Aber Natur und Geschichte haben ihre Wachen. Individuell oder in

Organisationen, unterhält der Schutz der Umwelt und des geschichtlichen

Erbes Hochburgen in ganz Quintana Roo. Männer und Frauen treffen sich,

analysieren, diskutieren, vereinbaren, nicht zu schweigen oder tatenlos zu

bleiben. Sie ergreifen so einen doppelten Kampf: einen für die gesetzliche

Verteidigung von Natur und Geschichte, den anderen um unter den Menschen von

unten und links Bewusstsein dafür zu schaffen. Mit diesen Anstrengungen

einhergehend, ist eine weitere künstlerische und kulturelle Arbeit auf den

Vormarsch, die sich der Geschmacklosigkeit des Foxschen Kulturprogramms

entgegenstellt und unten nach anderen Ohren, anderen Blicken sucht.


In einer Ecke der Ecke des mexikanischen Südostens erscheint dann die

indigene Stimme der Vereinigung zur Verteidigung der Maya-Bevölkerung und

das Kollektiv von Isla Mujeres. Das dunkle Wort der Allerkleinsten hat den

Zweck der ersten Etappe der Anderen Kampagne am besten erfasst: Dem Wort

Wind zu verleihen, um hoch hinauszufliegen, weit hinauszureichen. Die

stolpernden ersten Schritte der alternativen Medien in der Karawane haben

nun aus diesen Entfernungen ihren eigenen Schritt und eine feste Definition

gefunden: damit das Ohr existieren und wachsen kann, ist das Wort der

Anderen vonnöten. Die Richtung der anderen Kameras und Mikrophone wurde so

geändert, und mit diesen anderen Männern und Frauen beginnen nun die Stimmen

von Campesinos und Fischern zu fliegen, von Bauarbeitern, Handwerkern,

Straßenhändlern, indigenen landlosen Campesinos, Einwohnern, Studenten,

Lehrern, Arbeitern, Forschern, Männern, Frauen, Jugendlichen, ganz besonders

Frauen und Jugendliche.


Aber zusätzlich zu den Stimmen, Flüstern und Rufen hört die Andere Kampagne

auch Schweigen. Hier auf dem Maya-Boden von Quintana Roo, greift Chan Santa

Cruz die Botschaft der Chiapanekischen Berge auf, lässt es widerhallen und

wiederholt es so: "Mögen alle Hüter des Landes, der Mutter, erwachen. Mögen

die Beschützer erwachen. Mögen sie aus der Nacht des Kummers erwachen. Die

Stunde ist gekommen."


Der Wind nimmt nun neue Kraft auf und mit der Stimme des Anderen als Motor

und Kraftstoff gelang er nach...


(Morgen, Yucatán und Campeche, als Fortsetzung dieses ersten Teils).


Aus dem Anderen Tlaxcala,


Sup Marcos



















DIE ERSTEN ANDEREN WINDE


Teil II und Schluss


YUCATAN


Oben, eine Hacienda als politisches Projekt. Unten, die Maya-Würde, die das

andere weckt.


Auf der einen Seite, der von oben: der Widerstand des Mächtigen gegen das

Verlieren von Privilegien, die mit Blut und Feuer in der Zeiten der

Conquista erobert wurden. Auf der anderen Seite, der von unten: die uralte

Rebellion, die ihre Farben vervielfacht .


Die postmoderne Hacienda des PANistischen Yucatán fügt zum Tourismus und zum

Öl noch den Aufbau von Maquiladoras hinzu. Darüber konstruiert man das

schwache Gerüst der Regierungspropaganda: obwohl die lokale ökonomische

Macht weiterhin so denkt wie im 16. Jahrhundert, beutet Yucatán diese

Ländereien (und seine Leute) mit Methoden des 21. Jahrhunderts aus.


Das ist das politische Projekte der Partei der Nationalen Aktion [PAN]: die

Mentalität des Gutsherrn, der eine Industrie anführt. Es fehlte mehr, diese

ist "die Regierung des Wechsels". Das wirkliche Ergebnis bricht mit dem

fragilen Bühnenbild der PAN: Raub von Land, Privatisierung des historischen

Kulturgutes, fabrikmäßige Ausbeutung, Umweltzerstörung, Migration. Im

ländlichen Yucatán nimmt man diese Wahrheit besser wahr: Die Zerstörung der

mexikanischen Landwirtschaft ist nicht das Produkt der Unfähigkeit der

Regierungen, sondern ihr wichtigstes Ziel. Es handelt sich um einen

strategischen Plan, der, in einfachen Worten, aus einem Krieg besteht, einem

Krieg der Widereroberung. Aber dieser Krieg geht nicht nur von einer Seite

aus, denn unten erklingt der Widerstand.


Und so tauchen die Wächter auf, die klarstellen, dass man in ihrem Namen das

Vergessen der ursprünglichen Menschen dieser Ländereien nicht als Gesetze

erlässt; die Maya-Kunsthandwerker, die sich gegen die Vertreibung der

Erinnerung widersetzen, die ihre Vorfahren zu Stein gemacht haben, Chichen

Itzá; die Fischer in Puerto Progreso von der Kooperative Camarón Vagabundo,

die beklagen, dass sie zu Kriminellen werden, wenn sie ihrer Arbeit

nachgehen, wegen eines Gesetzes müssen sie dafür bezahlen, dass man ihnen

eine Arbeitserlaubnis gibt, und nicht nur das, außerdem rauben die

Inspektoren ihr Produkt; die Ejidatarios von Oxcum melden, dass man ihnen

ihr Land für den Bau eines Flughafens rauben will; die Leute, die Verfolgung

erleiden, weil sie eine andere Kultur leben und fördern.


Und mit Sprache, Farbe und Art der Maya suchen die Wut und die Empörung an

den Seiten und treffen auf die Anderen, die ebenfalls - wenn auch getrennt -

dieses "¡Ya Basta!" wiederholen. Sie tauchen hier auf, gemeinsam mit

SiedlungsbewohnerInnen, StudentInnen, KunsthandwerkerInnen und

AkademikerInnen, die Homosexuellen, ihre Oase von San Juan de Dios und ihr

dreifacher Kampf gegen AIDS: gegen den Virus, gegen die Gesellschaft, die

sie diskriminiert und ausgrenzt und gegen die Regierung, die sich von dem

Problem abwendet. Sie schließen sich dem Kampf für den Respekt der sexuellen

Vielfalt an.


Alle sagen, wiederholen und insistieren: wir werden uns nicht vergessen,

nicht mehr, es reicht. Und nun hört man nicht mehr nur den Schmerz in den

Stimmen von unten, sondern auch eine Freude, die von denen, die anfangen zu

merken, dass sie nicht alleine sind, die von denen, die beim Zuhören und

sich Zuhören den Compañero und die Compañera finden.


Aber der rebellische Wind der Halbinsel hält hier nicht inne und geht weiter

nach...


CAMPECHE


Oben, die Zerstörung als Plan der Regierung. Unten, die Rebellion der

Farben.


In Bekal ertönen die ersten Stimmen, und von hier aus beginnen sie Alarm zu

schlagen, wegen der großen Sache, dass eine Volksbewegung im ganzen Land

aufgebaut wird. Man erstattet Bericht: Ejidatarios die von korrupten

Anführern, von der Regierung und von den Großeigentümern bedrängt werden.

Heutzutage muss man dafür bezahlen, das eigene Land zu bearbeiten, oder,

bezahlen, weil man arm ist. Im Hafen von Campeche geht die Stimme weiter und

das Zuhören ist vor allem von Jugendlichen organisiert. Die Ungerechtigkeit

hat in der Zahl Zwei die einzige Gemeinsamkeit: 20 Familien von Reichen, 200

von Höflingen und 200.000 arme Familien. Die Eigentümer der Wirtschaft sind

auch die der Politik: eine mächtige Famlie präsentiert Kandidaten für die

drei Parteien: PRI, PAN und PRD. Sie eignen sich die großen Ländereien und

Strände an und die Campesin@s und FischerInnen werden Angestellte der

Tourismus-Zentren oder emigrieren in die Vereinigten Staaten.


An der Hand der lokalen Reichen trägt PEMEX [staatl. Erdölkonzern] zur

Zerstörung der Natur bei. In Campeche wird eine Wahrheit klar: die Natur

wird genau von den Autoritäten zerstört, die den Auftrag haben, sie zu

schützen. Die Piraten und Korsaren, die früher die Küsten von Campeche

verwüsteten, haben heute öffentlich Ämter und wirtschaftliche Posten und

tauchen auf den Gesellschaftsseiten auf, währen 180.000 EinwohnerInnen im

Zustand extremer Armut überleben. Der Schmerz reicht bis nach Xpujil

(Calakmul) und Candelaria. Die alte PRIistische Politik (manchmal unter der

Fahne der PT, von Convergencia, der PAN oder der PRD) wiederholt sich auf

dem mexikanischen Land: Kauf der Bauernführer, Spaltung und Konfrontation

zwischen Organisationen, Repression, Verfolgung, Gefängnis, Tod. Die

Migration in die USA ist die einzige Tür, die sie offen vorfinden. Die

Situation unterscheidet sich nicht viel von der aus der Zeit der Chicleros

[Gummibaum-ArbeiterInnen]. Die Ungerechtigkeit in diesen indigenen

Ländereien wurde von Carlos Salinas de Gortari [mex. Präsident (PRI) von

1988-94] als Calakmul getauft (Edificios Gemelos), um den Eifer der

Neoconquista [Wiedereroberung] des Kapitals nochmals zu markieren: diese

Ländereien werden mit all ihrem historischen Reichtum, den sie innehaben,

den neuen Herren des Geldes gehören.


Und in diesem Krieg nehmen die Lügen einen bedeutenden Ort ein: die

Hilfsprogramme der Regierung erreichen nicht vollständig ihr Ziel, an

irgendeinem Ort bleiben diese Gelder zurück, und trotzdem wird um den

Fortschritt, den die Regierung erreiche, viel Aufhebens gemacht. Der moderne

Raub folgt bekannten Wegen: Bankkredite, wachsende Zinsen, all die Arbeit,

die sich die Bank einverleibt und die Schulden steigen wie sie wollen, das

Procede [Regierungsprogramm, das u.a. auf den Verkauf von Gemeindeland

drängt] eliminiert die gesetzlichen Hindernisse und beschlagnahmt sie.

Jahrelange Arbeit und am Ende, kein Land, kein gar nichts . . . nur die Wut.


Aber im unteren Campeche gibt es Rebellen, die nicht nur von hier stammen,

sondern aus den meisten mexikanischen Bundesstaaten. Und so nimmt die

Rebellion im ganzen Bundesstaat viele Farben. Wie die Ungerechtigkeiten sich

vermehren, so vermehren sich auch intelligente und organisierte Rebellionen.


Das Andere Campeche vereint Kunsthandwerker, Campesinos, kulturelle

Kollektive und für theoretische Analyse, Bienenzüchter, Mitglieder von

Kooperativen, zumeist Indígenas. Viele kommen aus den kirchlichen

Basisgemeinden und dem kritischen Christentum. Und alle stimmen darin

überein, genug gehabt zu haben, über ihre Wut, Empörung und Rebellion.. Aber

sie hören hier nicht auf, sie formieren ihre Organisationen und lernen im

Kampf, und dort identifizieren sie Gegner und Compañero, Opportunisten und

den momentanen Passagier.


Der Wind erklingt in der Anderen Kampagne und wiederholt "Es reicht!" und

das Echo ist so gewaltig, das es das andere Land erreicht, das unten und

links über die Nacht wacht, um an einem anderen Morgen seinen Weg

fortzusetzen, nach Tabasco, Veracruz, Oaxaca und Puebla.









PAUSE


Auf ihrem Weg und mit ihrem Weg beginnt die Andere Kampagne, sich in eine

Option zu verwandeln, in eine andere Sache, in eine andere Alternative zur

Hoffnungslosigkeit. Während dort oben der Lärm kommt und geht (und das Geld,

um Diskussion und Debatte zu simulieren, wo es doch nur Werbespots gibt),

klingt in den anderen Stimmen von unten ein Echo, das nicht aufhört, das

beginnt, sich selbst im Kollektiv zu definieren: Die Andere vereint Kämpfe

und Gedanken. Das "ich bin" beginnt allmählich, sich in ein "wir sind" zu

transformieren.


Verschiedene gemeinsame Aspekte in den ersten Winden:


- Die unverhüllte Verbindung zwischen Unternehmern und Politikern aller

Parteien.


- Der Raub von Land.


- Die Privatisierung des historischen Kulturerbes.


- Die wissentliche Zerstörung der Umwelt.


- Repression, Verfolgung und Gefängnis als Antwort auf diejenigen, die sich

in sozialen Kämpfen engagieren.


- Hohe Lebenshaltungskosten, besonders im Bereich elektrische Energie.


- Die Migration in die USA.


- Die Krise der Bildung auf allen Ebenen und, letztendlich, der Abgrund der

Arbeitslosigkeit.


- Die Übersättigung mit der politischen Klasse und die Kritik an den

institutionellen politischen Parteien.


Und hier beginnen sich die Brücken zwischen allen, die wir von unten sind,

auszubreiten. Die erste davon ist der Kampf für die unsrigen: die Freiheit

für alle politischen Gefangenen und die Aufhebung aller Haftbefehle gegen

soziale KämpferInnen.


Doch nicht nur das, es tauchen auch Vorschläge auf:

Generalstreik gegen die Zahlungen an die Föderale Elektrizitätskommission

[CFE] bis gerechte Tarife vereinbart werden, entsprechend dem Kriterium,

dass der Reiche mehr bezahlt und der Arme weniger oder gar nichts zahlt; die

generelle Ablehnung der Bauern und Bäuerinnen gegenüber dem Procede; die

landesweite Blockade gegenüber der offiziellen Politik der Naturzerstörung;

die landesweite Verteidigung des historischen Kulturerbes gegenüber der

zunehmenden Privatisierung; der Aufbau einer neuen Option für die

zukünftigen MigrantInnen, der in einem Aufruf besteht: "Bleibt und kämpft!";

ein Anderer 1. Mai der Anderen ArbeiterInnen; und die ersten Symptome von

anderen Realitäten und Forderungen, von denen wir später erfahren.


Video Click: die Woche oben und unten


Es gibt Unterschiede oben und unten beim Durchstreifen der Woche. Dort oben

ist immer Montag, auch für die, die sich als Wahlalternative präsentieren.


Das eine ums andere Mal sagen sie uns, dass man nicht eilig gehen muss, dass

man innehalten muss, dass man so langsam laufen muss, dass man eine Bewegung

gerade noch simuliert.


Ah! Es ist so schön hier oben! Angemessene Unterhaltung für eine Tasche

voller Plastik, hohe Kultur, Autobahnen und breite Straßen für die

Fahrzeuge, zweite Stockwerke um zu bestätigen, dass wir oben sind

[Anspielung auf neue hochgelegte Straßen in Mexiko-Stadt], das Fernsehen als

Bühne und Momentaufnahme in jedem mexikanischen Haushalt.

Ah! Schon wieder diese Störenfriede von unten, die sich untereinander Gehör

verschaffen, die Geschichten austauschen, die in Büchern und Essays so schön

aussehen, aber so, wie sie erzählt werden, beleidigen sie, mein Freund, wie

geschmacklos ist diese Demokratie in dem Wort von unten. Wofür sind wir also

da, die Repräsentanten des Volkes, die Meinungsführer, die Artikelschreiber,

die Sprecher, die Herausgeber? Wie können sie sich es herausnehmen, auf die

Mittler zu verzichten und unter sich selbst zu reden? Und darüber hinaus,

außer miteinander zu reden und sich zuzuhören, wagen sie auch noch sich

aufzulehnen. Machen Sie lieber den Fernseher lauter, mein Freund. Ja, machen

Sie so weiter! Wie laufen die Umfragen? Gut, wir führen sie an.


Was? Die Andere Kampagne? Ein Gemurmel, man muss sich keine Sorgen machen...

Oder doch? Ich weiß nicht, warum sie verzweifeln und uns das Gefängnis

versprechen. Aber wer berät sie, dass sie versuchen, auf uns zu verzichten?

Sie selber? Warum warten sie nicht lieber? Wir können sie weiterhin

anführen, ihnen die Vorsicht und die Klugheit beibringen, die wir gelernt

haben, und - schauen Sie - es ist so bequem!

Schwarz-rotes Wochenende? Entschuldigung, mein Freund, diese Farbe ist nicht

registriert, sie zählt nicht. Wie, sie wollen keine Registrierung? Eine

andere Politik ist doch nicht etwa möglich? Und wir, die geweißten Gräber

des langsamen Wechsels, äußerst langsam, auf dass man es nicht merke, mein

Freund, denn sonst erschrecken sich die Investoren? Wie, sie wollen keine

Investoren? Und keine Politiker? Und schauen Sie, mein Freund, sie sind

soooo prämodern. Hoffentlich beeinflussen sie nicht die Umfragen, was wäre

sonst mit unserer Demokratie?


Sie sehen so schön aus, wenn sie schweigen, innehalten, aufmerksam sind auf

unser Wort und unsere Führung. Ja, einige Undankbare. Sie wissen nicht, dass

man nichts mit solcher Eile machen kann, so weit unten, so weit links. Ja,

Schritt für Schritt. Und jetzt, mit dem Projekt am Isthmus... Was? Das selbe

wie der Plan Puebla Panama? Nein, mein Freund, wenn das von der Linken ist.

Bah! Es werden einige indigene Dörfer verschwunden sein und ein paar

Ländereien werden betroffen sein. Aber es wird Arbeitsplätze geben,

Maquiladoras und, indirekt sichtbar, den Höhepunkt der Dienstleistungs- und

Tourismusindustrie. Ja, die Modernität, aber mit menschlichem Antlitz, mit

unserem Gesicht.


Diese Linke, wie sage ich es Ihnen, ist sie nicht etwa eine häßliche,

schlecht erzogene und ordinäre Linke? Wo bleibt das hohe Niveau in der

Debatte, unsere Geschicklichkeit, dem Wort die Zweischneidigkeit zu nehmen,

auf dass wir alle Freunde bleiben, zufrieden, unbeweglich. Ja, wir sagen,

was Debatte ist und was nicht, zum Beispiel, jede Diskussion, die zu

konsequenten Verpflichtungen führt ist keine Debatte von Niveau, sie ist für

Ultras, Hoffnungslose, Verärgerte. Bah! Sie halten nichts aus, einige

erschossene, entführte, gefolterte und beraubte Indígenas. Nein mein Freund,

schauen Sie nicht nach dort unten, wozu? Hier ist der reife, ruhige und

vernünftige Weg. Schauen Sie, wie wir uns fast nicht bewegen? Nein mein

Freund, lassen Sie sich nicht ablenken, schauen Sie mich an, hören Sie mir

zu, setzen Sie sich hin, warten Sie, bewegen Sie sich nicht, so ganz ruhig.

Schauen Sie, was Sie machen müssen, ist, mich das meinige tun zu lassen. Das

übrige ist eben das, das "übrige", das "andere".


Hören Sie mein Guter, und sind es viele? Und Sie sagen, sie haben es auf uns

abgesehen? Auf alle? Auch auf die Linke, die treu und loyal zum System

steht? Und werden sie lange brauchen? Sie wissen, die Akademie, das Café,

das Auto, der Posten, das Gespräch, die Liebkosung, die wir uns geben und

erhalten, die Einladung zum Essen mit diesem Politiker-Unternehmer-Führer,

der sooo wichtig ist.

Eine Andere Kommunikation? Mal sehen, sagen Sie mir wofür, wenn die, die wir

haben, die ist, die befiehlt, die in den Umfragen hoch im Kurs steht, die

demokratische und moderne. Eine Andere Information? Gibt es etwa etwas

wichtigeres zu berichten als das, was mich besorgt? Eine Andere Kunst? Wie?

Und die exquisite Auswahl nach unserem Gusto? Eine Andere Kultur? Nun ja,

die charrapastrosos benötigen ihre eigenen Dinge. Sie sehen so schön aus mit

all' diesen Sachen, wie sagt man? Ja, genau, mit ihrer Überempfindlichkeit,

ihrem Kunsthandwerk, ihren Piercings, ihren Tätowierungen, ihren abstehenden

und skandalös gefärbten Haaren, ihre "cool-Alter-..."-Sachen, ihre Musik.

Nein, mein Guter, dies ist kein Rock. Der wahre Rock ist aufgeräumt, "nice",

er ist "Dein Rock ist Wählen", er ist "sei lieber ruhig", er ist von dieser

Unbeweglichkeit, die sich bewegt, hüpft und applaudiert, aber zum

Nachdenken... nun, mein Freund, wozu? Wie auch immer, sie werden

heranwachsen, reifen und so wie wir sein... oder nicht?

Was sagen Sie? Eine Erhebung? Landesweit? Ist es nicht nur ein nationaler

Briefkasten für Beschwerden? Sie vereinen und organisieren sich auch? Aber

das ist zu schnell, sie sollten nur einige wenige sein. Was? Sie wachsen?

Hören Sie, aber, stimmt es, dass sie immer noch eine ganze Zeit brauchen

werden? Es geht um mein Stipendium, meinen Posten, mein Editorial, mein

Essay, meinen Lehrstuhl, meine Kandidatur...


Nicht autorisierte Interferenz


Chiapas, Quintana Roo, Yucatán, Campeche, Tabasco, Veracruz, Oaxaca, Puebla.

Acht Staaten und eine einzige Herausforderung: die Kommunikation, eine

andere Kommunikation. Unter den Schlussfolgerungen dieses ersten Drittels

der Reise durch das Land ist die, dass dieses "Ganz Mexiko ist

Telcel-Territorium" eine Lüge ist. Slim [einflussreicher Unternehmer] muss

man ins Gefängnis stecken, nicht nur, weil er ein Ausbeuter ist, sondern

auch, weil er verlogen ist.


Eine der Herausforderungen ist die Kommunikation mit all' jenen, mit denen

man dafür kämpft. Die Technologie muss ebenfalls den Weg von unten suchen,

damit sich das Gewebe dieses Netzes auch in der Anderen Kampagne sichtbar

macht. Dies ist eine Aufgabe für jetzt, für sofort. Die alternativen Medien

sollten sich nicht damit zufriedenstellen, das Wort der "Anderen" auf ihren

bisherigen Kanälen aufrecht zu erhalten. Sie sollten, so denken wir, nach

den anderen suchen, die nicht die Mittel und die Vorgehensweise haben, um

sich über dieses "Andere" zu informieren, das unten und links wächst.


Schritt für Schritt verstehen die anderen Medien der alternativen

Kommunikation, dass die Sechste Kommission der EZLN nur ihre "Backstage"

ist, ein Team zur Unterstützung (in dieser Etappe hochnäsig und schlecht

gelaunt), das ein wenig bei der Hauptsache dieses Teiles der "Anderen"

hilft: dem Wort von unten zum Wachsen zu verhelfen und ein kollektives Gehör

dafür zu schaffen. Aber es fehlen immer noch das Wissen und die Technik, um

die weit entfernten Compas einzubinden.


Provisorisches Finale (nur für breite Kriterien)


Man sieht schon fast die Morgendämmerung. Das Sonnenlicht beginnt, sich

durch die Ritzen zu zeigen und wir müssen zu den dunklen Schatten

zurückkehren, die uns bekleiden.

In den Händen fehlt weiterhin die begehrte Haut und das Erdbeben ihrer

Haare. Ein Seufzen verbleibt auf den Lippen. Der Blick und die Wolke, die

ihn umgibt, vermissen das Licht, das ihnen fehlt. Ah! Die Fallen der

Phantasie: im Traum des Halbschlafs waren ihre Oberschenkel Schal um die

Wangen und Gefängnis für die Taille; wieder auf den Beinen, endete der Umzug

der Sehnsucht nach einem kurzen Abgrund, in einem humiden und gemeinsamen

Fall. Und am Ende gab es keine Schulden mehr, als die, die man mit sich

selber hat. Ah! Das Verlangen sich in ihrem Regen zu befeuchten. Sich daran

zu stillen und das Verlangen von ihr wachsen zu lassen.


Es dämmert mit der Gewissheit, dass es kein besseres Foto geben wird, als

das, welches ich mit meinen Händen und Lippen angefertigt habe, kein

besseres Audio oder Video als das der Geburt ihres Seufzens und Stöhnens,

kein besseres Konzert oder Gemälde als das der vereinigten Haut, kein

besseres Interview als das unserer Körper...


Andere Kommunikation? Andere Information? Andere Kunst? Andere Kultur?

Andere Kampagne? Wer zum Teufel umarmt diesen Unsinn?


Sie klopfen an die Tür des Tages. Der Schatten bindet sich die Stiefel und

die Lust fest. Es gilt, weiterzugehen, zuzuhören...


Aus dem Anderen Tlaxcala,


Sup Marcos.


Mexiko, Februar 2006


PS: Am 15. Februar diesen Jahres umfasste die Sechste Deklaration und die

Andere Kampagne 1.036 politische, indigene, soziale und

Nichtregierungsorganisationen, Gruppen und Kollektive, alle von unten links.

Ohne weitere Hinzufügungen als ihre Stimmen, ohne weitere Unterschriften als

die, die ihre Schritte durch das Land mit Entschlossenheit besiegeln.

Hier sind wir, wir sind die Andere, die rebellische Würde, das bis heute

vergessene Herz der Patria.


LA JORNADA 21.2.2006


***

Übersetzung: Gruppe B.A.S.T.A.