Nachstehend ein Auszug aus der Hintergrundinformation zur weiter
unten befindlichen Urgent Action (diese leider nur auf Englisch sowie
das Protestschreiben auf Spanisch).
Die Information stammt aus dem e-mail-Verteiler der Campaign for
Labor Rights und findet sich auf der Hompage des Maquila Solidarity
Network (http://www.maquilasolidarity.org/)
Peter.
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HINTERGRUNDINFO
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Am 29.12.05 wurde Martin Barrios Hernandez, der Präsident der
Mexikanischen Kommission für Menschen- und Arbeitsrechte im Tal von
Tehuacan von der Geheimdienstabteilung der Staatspolizei des Staates
Puebla verhaftet. Die Verhaftung erfolgte genau zwei Jahre nachdem
Barrios von unbekannten Angreifern entführt und geschlagen wurde.
Barrios wird der Erpressung beschuldigt, basierend auf einer Anzeige
von Lucio Gil Zarate, Eigentümer einer Maquila in Tehuacan.
Laut Barrios ist die Beschuldigung völlig aus der Luft gegriffen,
weil er zudem Zeitpunkt, zu dem der Erpressungsversuch stattgefunden
haben soll, an einer lokalen Kirchenversammlung teilgenommen hat. Der
einzige Kontakt, den Barrios zu Gils Unternehmen hatte, war, als er
seinen Verpflichtungen als Menschenrechtsanwalt nachkam, in Bezug auf
ausstehende Abfindungszahlungen für 163 ArbeiterInnen, die von Herrn
Gil unrechtlich entlassen wurden. Während der letzten Monate hatte
die Kommission die Arbeiter der Calidad de Confexiones Maquila, deren
Eigentümer Gil ist, beraten und unterstützt. Anfang November
unterstütze Gil die Arbeiter bei der Einreichung von Beschwerden bei
den örtlichen Behörden, in denen der Eigentümer der Verletzung
arbeitsrechtlicher Bestimmungen beschuldigt wird. Am 10.11.2005
unterschrieb Gil eine Übereinkunft zur Korrektur dieser
Arbeitsrechtsverletzungen. Nach Informationen der Kommission
ignorierte Gil danach die Übereinkunft und entließ am 22.11.2005 alle
163 ArbeiterInnen die an der Einreichung der Beschwerde beteiligt
waren.
Die ArbeiterInnen reagierten auf die Entlassungen mit gewaltfreien
Aktionen, indem sie vor den örtlichen Büros der Arbeitsrechts-Behörde
und vor Gils Haus protestierten und die Zahlung der Abfindungssumme,
die ihnen zusteht, forderten.
Die Anzeige gegen Martin Barrios (die am 16.12.2005 erstattet wurde)
erfolgte am gleichen Tag als die unabhängige Journalistin Lydia Cacho
von der Staatspolizei Pueblas verhaftet wurde. Lydia Cacho wird
aufgrund einer Anzeige des Maquila-Eigentümers Kamil Nacif (der
"Jeanskönig" von Mexico) beschuldigt, an Kinderprostitution beteiligt
zu sein. Barrios hatte Cacho öffentlich unterstützt und Gil ist
Auftragnehmer von AZT, einer Bekleidungsfirma, deren Miteigentümer
Nacif ist. Die ILO und andere Organisationen haben Berichte
veröffentlicht, in denen die Verletzung von Arbeitsrechten in Nacifs
Fabrik dokumentiert sind. Laut eingangs erwähnter Kommission ist die
Verhaftung von Martin Barrios Teil einer laufenden Kampagne der
Maquila-Besitzer, um die Arbeit der Kommission zu diskreditieren und
zu behindern.