Pressemitteilung der Indianischen Organisationen für die
Menschenrechte in Oaxaca
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Oaxaca, Bundesstaat Oaxaca, 4. Juni 2006

An die indianischen Völker, an die Anhänger der "anderen Kampagne",
an die populären Bewegungen im In- und Ausland, an die Organisationen
zur Verteidigung der Menschenrechte, an die Öffentlichkeit,

"Das Volk hat die Unterdrückung satt, es erträgt die Tyrannei nicht
mehr. Das Volk will Freiheit und man bereitet vor, diese im
gesetzlichen Rahmen voranzubringen. Innerhalb der Ordnung will das
Volk seine Rechte ausüben. Aber dieses edle Bestreben wird nicht
verstanden" "Die Diktatur erzitterte bei der ersten Ankündigung des
Zornes des Volkes und hat verfügt, feige Rache zu üben, die ihr einen
so traurigen Ruhm eingetragen hat."(Ricardo Flores Magón)

Indianische Organisationen für die Menschenrechte in Oaxaca "OIDHO"
Mitglied der "Promotorin für die nationale Einheit gegen den
Neoliberalismus "Oaxaca" und Unterzeichnerin der "Anderen Kampagne",
gegenwärtig im zeitlich unbestimmter Platzbesetzung gemeinsam mit der
oaxakenischen Lehrerschaft sowie weiteren Gewerkschaften und
Organisationen der PROMOTORA in Oaxaca und des FSODO (Front der
demokratischen Gewerkschaften und Organisationen in Oaxaca - Frente
de Sindicatos y Organizaciones Democráticas de Oaxaca, d.Ü.). Wir
rufen alle dringen auf, sich mit der gewerkschaftlich-sozialen
Bewegung in Oaxaca zu solidarisieren und möchten ihnen folgendes
mitteilen:

Die Worte des großen Oaxakeniers Ricardo Flores Magón, die sich gegen
die Diktatur von Porfirio Díaz richteten, der ebenfalls aus Oaxaca
stammte, treffen täglich mehr und mehr die Erben des erbarmungslosen
Autoritarismus zu, die unseren Staat unter der Führerschaft von
Ulises Ruiz Ortiz und seinem zu trauriger Berühmtheit gelangten
Generalsekretär Jorge Franco alias "el Chuky" gegenwärtig schlecht
regieren. Die Öffentlichkeit weiß, dass sie nur zwei Dinge
vorangetrieben haben, seit sie durch Wahlbetrug an die Macht kamen:
Erstens Stimmen für den nationalen Präsidentschaftskandidat der PRI
zu kaufen und zu manipulieren. Zweitens die Grundrechte außer Kraft
zu setzen und die populären Organisationen in unserem Staat
anzugreifen und zu demontieren.

Sie begannen mit einem Angriff gegen indigene Organisationen und
Gemeinden. Sie unterdrückten, schlugen, sperrten ein, diffamierten
und bedrohten systematisch jeden indigenen Repräsentanten, auf den
sie dabei stießen, der sich mit ihnen nicht einverstanden zeigte und
sich nicht kaufen ließ. Danach wendeten sie sich mit allem, was zur
Verfügung stand, gegen die unabhängige Presse. Jetzt richtet sich
diese faschistische Strategie gegen die populäre Bewegung, - d.h. das
Volk (¦) "und damit gegen die größte und schlagkräftigste Bewegung in

unserem Bundesstaat und darüber hinaus: Die demokratische
Lehrerschaft Oaxacas. Zu Beginn versuchten sie es mit einer Taktik
des Kaufens und Verkaufens (die einzige, die sie als Unternehmer
wirklich kennen). Dann setzten sie auf innere Spaltung, was ihnen
nicht so gelang, wie sie es erhofften. Darauf folgten direkte
Einschüchterungen und eine mediale Kampagne der Diffamierung gegen
die Sektion 22 der CNTE (Coordinadora Nacional de Trabajadores en la
Educacion; demokratische oppositionelle Lehrergewerkschaft, in Oaxaca
oft synonym bezeichnet als "Sektion 22", d.Ü.).

Es wird gesagt, die Lehrer kämpfen für Geld "und wenn man die
miserablen Gehälter der Lehrerschaft in Oaxaca in Betracht zieht,
haben sie damit vollkommen Recht. Was man nicht erwähnt ist, dass
dieser Kampf sich gegen die gewalttätige Zerstörung der öffentlichen
Bildung richtet, die seitens der neoliberalen Regierenden angestrebt
wir, ebenso wie gegen die Reformen zur Privatisierung. Was man
ebenfalls nicht sagt ist, dass die einzige Antwort, die seit Monaten
sowohl vom Bundesstaatlichen Institut für öffentliche Bildung in
Oaxaca (IEEPO) wie auch von allen Einrichtungen, die der
bundesstaatlichen Regierung unterstehen, uns wir Lehrern, Bauern und
Arbeitern in Bezug auf unsere gerechten Forderungen gegeben wurde,
folgende war: "Es gibt kein Geld, und wenn euch etwas nicht gefällt,
dann schicken wir euch die Polizei." Sogar die Funktionäre sagen dies
mit zynischem Lächeln, weil wir alle wissen, dass dieses Geld zur
Finanzierung der Kampagne der PRIisten Madrazo verwendet wurde
(Präsidentschaftskandidat der Partei der Institutionalisierten
Revolution, die in Oaxaca regiert, d.Ü.). Deshalb wollen sie jeden
Zeugen ihrer Schandtaten von der Landkarte ausradieren.

All das hat ihnen aber nichts genützt, im Gegenteil. Sie haben damit
die Einheit von Dutzenden indigener und populärer Organisationen und
Allianzen sowie von gewerkschaftlichen Fronten vorangetrieben, die
wir nun gemeinsam mit dem Lehrerschaft Oaxacas diese große Bewegung
des zivilen Widerstands gegen die Regierung gebildet haben. Diese
Regierung ist unfähig, einen Dialog zu führen, unfähig, die
Forderungen des Volkes zu hören, unfähig die Probleme des
Bundesstaates zu lösen, und die uns Bürger, die wir unsere Rechte
ausüben, behandelt wie die historischen Bäume auf den öffentlichen
Plätzen: wir sollen mit schwerer Maschinerie dem Erdboden gleich
gemacht werden (Anspielung an die umstrittenen Umbaumaßnahmen im
historischen Zentrum von Oaxaca-Stadt, d.Ü.).

Nach 2 Wochen Platzbesetzung ohne zeitliche Befristung durch
zehntausende Mitglieder der gewerkschaftlich-populären Bewegung in
Oaxaca, nach Demonstrationsmärschen wie vergangenen Freitag (2. Juni
2006, d.Ü.), an dem mehr als 90.000 Personen teilnahmen, antwortet
die Regierung mit unverschämten Drohungen des Gouverneurs gegen die
Bewegung des Volkes: Jenseits davon, dass sie versuchen, unser Dörfer
unter Mithilfe von Bürgermeistern, die der PRI angehören und durch
vermeintliche Eltern zu spalten (als ob wir keine währen), jenseits
davon, dass Millionen von Pesos für TV-Spots ausgegeben werden, die
sich gegen die Lehrerschaft richten, jenseits davon, dass sie den
oaxakenischen Kongress benutzen, schaffen sie Polizeieinheiten für
spezielle Operationen (UPOE) nach Oaxaca-Stadt und fordern ein
Eingreifen der Präventiven Bundespolizei (PFP), um Tausende von
Demonstranten gewalttätig zu vertreiben. Die Bundesregierung und der
Senat stehen da nicht hinten an und vereinen ihre antidemokratischen
Kräfte, um die Bewegung zu kriminalisieren. Sie sagen, die Lehrer
erfüllen nicht ihre Verpflichtung, zu unterrichten. Wir sagen, dass
sie das wohl tun: Denn sie können ihre Pflichten in den Schulen gar
nicht nachkommen, weil es dort keine Kreide, keine Tafeln, kein
Papier, keine angemessenen Klassenzimmer, keine ausreichende
Ernährung für die Kinder gibt, keine Freiheit, keine Demokratie,
keine Gerechtigkeit, keine kostenlose Bildung "und manchmal gibt es
dort nicht einmal mehr Kinder, weil sie angesichts einer Armut, die
zum verzweifeln ist, in den Norden oder auf die andere Seite (in die
USA, d.Ü.) gehen müssen. Wegen all dem müssen die Lehrer und
Lehrerinnen ihrer Aufgabe in den Straßen dieser Landeshauptstadt
nachkommen: Es ist die Pflicht, den zukünftigen Bürgern und der
Regierung zu zeigen, dass man das Volk so nicht behandeln kann und
ein Staat nicht auf die Art Madrazos regiert werden kann
(unübersetzbares Wortspiel, d.Ü.). Aber die Regierung versteht das
nicht. Wir sagen ja nicht einmal, dass sie nichts von Magón lernen,
aber sie lernen nicht einmal von Machiavelli: "Erniedrige deine
Untergebenen nicht zu viel, weil du sonst die Macht verlieren wirst."
Denn die neuen "Prinzen" Oaxacas kennen nur Untergebene, sie kennen
keine Bürger. Aber sie täuschen sich ein weiteres Mal: Jeden Tag
organisieren sich mehr und mehr Bürger und Bürgerinnen. Wir sind auf
der Straße, um unserer Zurückweisung der repressiven Regierung
Ausdruck zu verleihen. Wir oakakenische Orgranisationen werden die
legitimen Rechte des Volkes weiterhin verteidigen. Wir werden keine
Aggression gegen die gewerkschaftlich-populäre Bewegung zulassen. Wir
rufen alle Organisationen und Personen dringend auf, die oaxakenische
Bewegung mit allen erdenklichen Mitteln zu unterstützen. Schickt
Protestbriefe an die Regierung von Olises Ruiz Ortiz und an die
mexikanische Bundesregierung.

!! Stoppt die Unterdrückung der sozialen Bewegungen!! !! Freiheit für
die politischen Gefangenen!! !! Wiederherstellung der Grundrechte!!

!!Es reicht mit der Repression und Misere in den indianischen
Dörfern!! !!Es werden nicht die mächtigsten gewinnen, sondern jene,
die sich am besten organisieren!!

Oaxaca, Oax., 4. Juni 2006

OIDHO - ORGANIZACIONES INDIAS POR LOS DERECHOS HUMANOS EN OAXACA
Capulines #4B Prolongación Buenavista Col. Forestal Santa María
Atzompa, Oaxaca, México C.P. 71 220 tel.: 951 54 91916 e-mail:
oidho@yahoo.com.mx

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Übersetzung: promovio e.V. -------------------------------------------
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A LOS PUEBLOS INDÍGENAS A LOS ADHERENTES A LA OTRA CAMPAÑA A LOS
MOVIMIENTOS POPULARES NACIONALES Y EXTRANJEROS A LAS ORGANIZACIONES
DEFENSORAS DE LOS DERECHOS HUMANOS A LA OPINIÓN PÚBLICA "El pueblo
está harto de opresión, ya no soporta la tiranía. El pueblo quiere
libertad y dentro de la ley se apresta a trabajar por ella; dentro
del orden quiere ejercitar sus derechos. Pero tan noble deseo no es
comprendido(...) "La Dictadura ha temblado al primer anuncio de la
cólera popular y se ha dispuesto a ejercitar esas venganzas cobardes
que tan triste fama le han proporcionado. Ricardo Flores Magón

ORGANIZACIONES INDIAS POR LOS DERECHOS HUMANOS EN OAXACA "OIDHO
"integrante de la Promotora por la Unidad Nacional contra el
Neoliberalismo "Oaxaca y adherente a La Otra Campaña, actualmente en
plantón indefinido con el magisterio oaxaqueño y las demás
organizaciones y sindicatos de la PROMOTORA en Oaxaca y del FSODO,
hacemos un llamado URGENTE a tod@s a solidarizarse con el movimiento
magisterial-popular de Oaxaca y les queremos comunicar lo siguiente:
Las palabras del gran oaxaqueño Ricardo Flores Magón, dirigidas
contra la dictadura del también oaxaqueño Porfirio Díaz, cada día
caracterizan más a los herederos del autoritarismo despiadado quienes
actualmente mal-gobiernan a nuestro estado bajo el nefasto liderazgo
de Ulises Ruiz Ortiz y su tristemente célebre secretario general de
gobierno, Jorge Franco alias "el Chuky . Es ya del dominio público
que desde que tomaron el poder de manera fraudulenta, solamente se
han dedicado a dos tareas: una es comprar y manipular votos para el
candidato priísta a la presidencia de la República, y otra es dejar
sin efectos las garantías constitucionales y agredir y desmantelar
las organizaciones populares en nuestro estado. Iniciaron con una
embestida contra las organizaciones y municipios indígenas,
reprimieron, golpearon, encarcelaron, difamaron y amenazaron
sistemáticamente a cuanto representante indígena inconforme y no
comprable se les presentaba en su camino. Después se fueron con todo
contra la prensa independiente. Ahora esta estrategia fascista en
contra del movimiento popular, quiere decir: del pueblo (para que lo
entiendan los analfabetas políticos que nos dicen gobernar y que
dicen que el pueblo está de su lado), se dirige contra el movimiento
más grande y mas combativo de nuestro estado y mas allá de sus
límites: el magisterio democrático de Oaxaca. Primero, intentaron la
táctica de compra-venta (la única que como empresarios realmente
conocen), luego la división desde el interior, no les salió como
querían, siguieron las amenazas directas y una campaña mediática de
difamación en contra de la Sección 22 de la CNTE. Se dice que los
maestros están luchando por dinero, y considerando los míseros
salarios del magisterio oaxaqueño están en todo su derecho. Lo que no
se dice es que esta lucha es en contra de la destrucción violenta de
la educación pública de parte de los gobernantes neoliberales y en
contra de todas las reformas privatizadoras. Lo que no se dice
tampoco es que desde hace muchos meses, tanto del Instituto Estatal
de Educación Pública de Oaxaca como de todas las dependencias del
gobierno del estado, la única respuesta que maestros, campesinos y
trabajadores hemos escuchado a nuestras justas demandas, ha sido: "no
hay dinero, y si algo no les gusta, les mandamos la policía. Hasta
lo dicen los funcionarios con sonrisas cínicas, porque todos sabemos
que este dinero fue a parar al financiamiento de la campaña del
priísta Madrazo. Por eso quieren erradicar del mapa a cuanto testigo
hay de sus fechorías. Pero de nada les ha servido, al contrario:
Impulsaron la unidad de decenas de organizaciones y alianzas
indígenas y populares y frentes sindicales quienes ahora juntos con
el magisterio Oaxaqueño estamos construyendo este gran movimiento de
resistencia civil contra un gobierno que es incapaz de dialogar,
incapaz de escuchar los reclamos del pueblo, incapaz de resolver los
problemas del estado, y que quiere tratar a los ciudadanos que
ejercemos nuestros derechos como trata a los árboles históricos en
las plazas públicas: arrasándolos con maquinaria pesada. Después de
quince días de plantón indefinido de decenas de miles de integrantes
del movimiento magisterial-popular de Oaxaca, después de marchas como
la del viernes en donde participamos más de noventa mil personas, el
gobierno contesta con las amenazas descaradas del gobernador en
contra del movimiento del pueblo: aparte de querer crear divisiones
en nuestros pueblos por medio de los presidentes municipales priístas
y de presuntos padres de familia (como si nosotros no fuéramos padres
de familia), aparte de gastar millones en los spots televisivos
contra el magisterio, aparte de utilizar al congreso oaxaqueño,
acarrea toda la Unidad Policial para Operaciones Especiales (UPOE) a
la ciudad de Oaxaca y exige la intervención de la Policía Federal
Preventiva (PFP)para el violento desalojo de miles de manifestantes.
El gobierno federal y el senado no se quedan atrás y suman sus
fuerzas antidemocráticas para criminalizar al movimiento. Dicen que
los maestros no cumplen con su deber que es la enseñanza. Nosotros
decimos que sí, están cumpliendo: Ya que no pueden cumplir con sus
deberes en las escuelas, porque no hay gis, no hay pizarrones, no hay
papel, no hay salones suficientes, no hay buena nutrición para los
niños, no hay libertad, no hay democracia, no hay justicia, no hay
educación gratuita, y a veces ya ni hay niños, porque ante una
pobreza desesperante se tuvieron que ir a trabajar en el norte o del
otro lado, por todo esto los maestros y las maestras tienen que
cumplir con su deber en las calles de esta ciudad capital: el deber
de enseñar a los futuros ciudadanos y al gobierno que al pueblo no se
puede tratar así y un estado no se puede gobernar a Madrazos. Pero el
gobierno no aprende. No digamos que no aprende de Magón, pero ni
siquiera aprende de Maquiavelo: ˜No humilles demasiado a tus súbditos
o perderás el poder™... Porque para los nuevos Príncipes oaxaqueños
solo hay súbditos, no hay ciudadanos. Pero se equivocan una vez más:
cada día más ciudadanos y ciudadanas nos organizamos y estamos en las
calles para expresar nuestro repudio al gobierno represor. Las
organizaciones oaxaqueñas seguiremos defendiendo los legítimos
derechos del pueblo y no permitiremos ninguna agresión en contra del
movimiento magisterial-popular. Hacemos un llamado urgente a todas
las organizaciones y personas para que apoyen al movimiento oaxaqueño
por todos los medios posibles y manden cartas de protesta al gobierno
de Ulises Ruiz Ortiz y al gobierno federal.

¡¡ALTO A LA REPRESIÓN CONTRA LOS MOVIMIENTOS SOCIALES!! ¡¡LIBERTAD A

LOS PRESOS POLÍTICOS!! ¡¡RESTITUCIÓN DE LAS GARANTÍAS
CONSTITUCIONALES!!

¡¡BASTA DE REPRESIÓN Y MISERIA EN LOS PUEBLOS INDÍGENAS!! ¡¡NO
VENCERÁN LOS MAS PODEROSOS SINO LOS MEJOR ORGANIZADOS!!

Oaxaca, Oax., 4 de Junio del 2006 OIDHO

¡BASTA DE REPRESIÓN Y MISERIA EN LOS PUEBLOS INDÍGENAS! ¡LA VICTORIA

NO ES DE LOS PODEROSOS SINO DE LOS MEJOR ORGANIZADOS!

ORGANIZACIONES INDIAS POR LOS DERECHOS HUMANOS EN OAXACA - OIDHO -
Capulines #4B Prolongación Buenavista Col. Forestal Santa María
Atzompa, Oaxaca, México C.P. 71 220 tel.: 951 54 91916 e-mail:
oidho@yahoo.com.mx