- Von
Ziegelsteinen, Vorhängen und Fischen
- (Dialog zwischen
Durito, Juan de Mairena und einer überflüssigen Nase)
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- Vortrag von
Subcomandante Marcos bei dem Treffen der Schriftsteller/innen
- für die Freiheit
der Gefangenen von Atenco, am 15. Juni 2006
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- Ich muss öffentlich
um Entschuldigung bitten: der vorliegende Text in
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seiner wesentlichen Form
gehört nicht mir, eigentlich handelt es sich
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dabei um die Abschrift
einer Bandaufnahme. Die besagte Bandaufnahme
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(oder für den Pöbel:
"Kassette") wurde heimlich aus dem Rucksack von
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jemandem entwendet, der
außerordentlich stark einem Käfer ähnelt.
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- Es mag vielleicht
verwunderlich und empörend anmuten, dass jemand in
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diesem digitalen
Zeitalter noch immer eine "Kassette" benutzt, um
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Aufnahmen oder Kopien
anzufertigen, aber das ist gar nichts in
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Vergleich zu der
Sprachlosigkeit, die das Wissen hervorrufen würde,
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dass es sich bei der
besagten Person tatsächlich um einen Käfer
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handelt. Von hier aus zum
Schluss zu gelangen (man darf niemals
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vergessen, dass ein
geglückter Vortrag, Zuhörern und Lesern das
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Gefühl vermitteln
sollte seeeeehr intelligent zu sein), dass dieser
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Käfer sich selbst
als "Don Durito de La Lacandona" bezeichnet, ist
-
ein durchaus regulärer,
das heißt, leichter bis mittelschwerer Schritt.
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- Diese kleine, aber
dichtgepackte Ansammlung von Fakten zu
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akzeptieren, unabhängig
davon, ob sie in der realen Realität oder in
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unserer geplagten
Vorstellungskraft stattfinden, ist eine
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Pionierleistung, für
die ich Ihnen allen Beifall zolle. In dieser
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Zeit der politischen
Plattformen, die nach ihren wahren Dimensionen
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definiert werden (das
heißt, als Werbespots), der Torschüsse und
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Hochrechnungen, die
tatsächlich die Gesamtbevölkerung ansprechen
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(wenn es darum geht,
welchen Platz das mexikanische Fußballteam bei
-
der WM erringen wird),
der "tiefgehenden Analysen" über die
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"Korrelation der
Gewalten" von Pedanten, die sich selbst als Teil und
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Ganzes des "progressiven
Intellektualismus" bezeichnen, der
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Unterbringung der
Regierungssprecher in den Penissen (Atenco) und
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Granatwerfern (Atenco und
Oaxaca) der Polizisten, des "hohen Niveaus"
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von Kolumnisten und
Redakteure, die kommentieren und analysieren was
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andere Kolumnisten und
Redakteure sagen. Kurzum, in diesen Zeiten des
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"politischen
Realismus", ist es gelinde gesagt einfach großartig,
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dass es immer noch
Menschen gibt (und schau an, einige von ihnen
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haben scheinbar auch
Jobs), die in ihren Herzen Raum lassen um die
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Existenz eines Käfers
zu akzeptieren, der sich zum missverstandenen
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Beruf des fahrenden
Rittertums bekennt.
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- Nicht nur, weil das
bedeutet, dass ich die schwere Last der Kenntnis
-
von der Existenz dieses
seltsamen Wesens, nicht mehr alleine trage,
-
sondern auch und vor
allem, weil es ein unwiderlegbarer Beweis dafür
-
ist, dass es immer noch
Menschen gibt, die bereit sind sich von
-
Wundern erstaunen zu
lassen, die unten einhergehen, und deshalb nur
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von jenen wahrgenommen
werden, die Pfad und Weg zu sehen wissen.
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- Der besagte Käfer
nennt sich, wie hier wahrscheinlich niemand weiß,
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Don Durito de La
Lacandona I.C. de A.I. de I.I. (kurz für: Bekannte
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Individualität des
Inavariablen Antikapitals der Unbegrenzten
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Verantwortungslosigkeit),
Copyleft no des Zirkels in Quadrat der
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Fahrenden Ritter, dem er
ganz nebenbei als Präsident auf Lebenszeit
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und einziges Mitglied
vorsteht.
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- Da er, wie ich
glaube, nicht anwesend ist, werde ich diese
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Gelegenheit nutzen, um
Durito aller Anhängsel seiner Anrede zu
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berauben, und ihn einfach
"Durito" nennen.
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- Ohne eingeladen zu
sein, hat Durito einen Großteil des Gebietes
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dieser unvernarbten Wunde
bereist, das wir "Mexiko" nennen, um hier
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mit uns zu sein, um an
unserer Seite Freiheit und Gerechtigkeit für
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die Gefangenen von Atenco
zu fordern.
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- Er kam wie gewöhnlich
in aller Frühe an, mit seinem Gepäck in so
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einem Rucksack, wie ihn
die Jungs und Mädchen aus der Oberschule-Ecke-
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mit-Abschluß-mies-verdienend-und-oder-arbeitslos-aber-irgendwie-
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zurechtkommend tragen.
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- Er wurde nicht zu
diesem Treffen der Schriftsteller/innen eingeladen,
-
obwohl er diese Erregung
für das geschriebene Wort empfindet, für die
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ihn die Organisatoren
sicher rügen müssten. Aber vielleicht wurde er
-
auch nicht eingeladen,
weil man fürchtete er würde nicht Wort halten,
-
und diese
Verantwortungslosigkeit an den Tag legen, für die fahrende
-
Ritter so berüchtigt
sind, seit der Zeit jener traurigen Gestalt, die
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diese besagte Eigenschaft
auf den Strassen des spanischen La Mancha
-
zur Schau stellte.
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- Mit Durito kann man
keine festen Pläne machen. Nicht weil es ihm an
-
Förmlichkeit mangeln
würde (vergessen wir nicht, dass er zwar ein
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Käfer ist, aber auch
ein fahrender Ritter), sondern weil er sich
-
irgendwann urplötzlich
sein Skateboard schnappen wird und den Hügel
-
runtersaust, und da
möchte ich mal sehen, wie das mit der Schutzblase
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klappen soll.
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- Ja, manchmal macht er
sich einfach aus dem Staub. Manchmal lässt er
-
auch ein Zettel zurück,
auf dem lakonisch zu lesen ist:
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- "Mein liebes
Gesicht der gebrauchten Shorts: ich bin dann mal weg.
-
Gerate nicht in (zuviel)
Ärger.
- Mit freundlichen
Grüßen, Durito.
- P.S. Ich hab den
Tabak mitgenommen."
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- Nun, um Sie nicht zu
sehr zu ermüden, werde ich Ihnen verraten, dass
-
ich die Kassette gefunden
habe, während ich versuchte mir mein Tabak
-
aus seinem Rucksack
zurückzuholen, zusammen mit einer Notiz auf der
-
stand:
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- "Für das
neue Buch "Unmögliche Dialoge". Achtung: sag der
redundanten
-
Nase, er soll eine
Auktion mit den Verlagen organisieren, um zu
-
sehen, wer diesen
Bestseller kriegen wird. Das gleiche gilt auch für
-
die Filmrechte. Der Da
Vinci Code ist nichts dagegen."
-
- Ende der Notiz.
-
- Ich weiß nicht
weshalb Durito sich entschieden hat, seiner neuen
-
Schöpfung einen
solchen Titel zu geben, aber darüber werden wir uns
-
jetzt auch nicht den Kopf
zerbrechen.
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- Der Dialog, den wir
hier vorstellen, findet statt zwischen Durito,
-
einer Persönlichkeit,
über die wir in Kürze mehr wissen werden, und
-
dem Erzähler selbst.
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- Ich erwähnte
vorhin, dass ich diese Abschrift von einer Bandaufnahme
-
gemacht habe. Beim ersten
Anhören fiel mir die ganze Szene wieder an,
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weil ich dort anwesend
war. Es war im Kaffee "Comandanta Ramona",
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neben dem Laden "El
Rincon Zapatista". Wenn da mal jemand hinmöchte,
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der Ort ist ganz einfach
zu finden: man muss direkt darauf zuhalten,
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aber dann an dem Schild
abbiegen, auf dem steht "Abbiegen verboten",
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und dann kommen mehrere
Ampel, und dann, wenn man an einem Haufen
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Polizisten aller
Abteilungen vorbeikommt, die herumlungern und so
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tun, als würden sie
Wache halten, ist man da.
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- Ich fahre fort...
-
- Es dämmerte. Der
Mund war eine erleuchtete Hüfte des Verlangens,
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obwohl ohne die ersehnte
Vertiefung. Im Traum öffnete ein langer, ein
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langer und feuchter Kuss,
die Blüte der Sehnsucht, und sperrte das
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verschlossene, stille
Herz der Zeit auf . . .
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- Aber im Halbschlaf
war ich schon dabei aufzuräumen, bemühte mich,
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einige Bohnen der Marke
"Bussarde aller Länder, vereinigt euch" zu
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verdauen, und versuchte
herauszufinden, ob noch etwas vom Walnuss-Eis
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übriggeblieben war.
Ich hatte bis spät in die Nacht einer Sendung der
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alternativen Radiostation
"La Ke Huelga" zugehört. Während der
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Sendung waren die Ansager
auf das Thema Dislokationen zu sprechen
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gekommen.
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- Über verschobene
Fußknöchel kam die Rede auf die Verschiebung von
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Ideen, weil sie sich ein
wenig über die Liebe in Zeiten der
-
Revolution unterhalten
hatten, und dann kamen sie darin überein, dass
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wir uns für die
Freiheit der Atenco-Gefangenen mobilisierten sollten,
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und gingen über zur
Liebe in Zeiten der Repression. Von da ging es
-
weiter mit einer Lektion
mit dem Titel "Maßnahmen gegen die
-
Repression" oder so
ähnlich, oder was zu tun sei, wenn die Bullen
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bereits schon auf den
Höchstselbigen losstürmen, unter Rufen von "mit
-
dem Rechtsstaat von oben
gegen die Linke von unten!"
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- Das habe ich mir
gemerkt, wegen der Sache, dass man nicht erstarren
-
dürfe. Neben dem
sehr klassischen und altbewährten "renn bis du ein
-
Schild mit der Aufschrift
'Willkommen in Guatemala' siehst",
-
erteilten sie auch andere
Maßnahmen und Ratschläge.
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- Zum Beispiel
empfiehlt die psychologische Schule das Abstreiten, das
-
heißt, wenn die
Sache schon ihren Lauf nimmt, so überzeugend wie
-
möglich "Neeeeeein!"
schreien. Die Anwaltsschule würde, glaube ich,
-
die Technik empfehlen,
den Bullen juristisch zu überwältigen, und zu
-
rufen "Herr
Polizist, Sie verletzten gerade Verfassungsartikel Nr. so-
-
und-so, der festlegt, das
kein Individuum von der Polizei verprügelt
-
werden darf, ohne die
Intervention eines Fernsehsenders, die ihn als
-
Verbrecher hinstellen"
(hier kommen dem Bereitschaftspolizist die
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Zweifel, ob mit dem
Verbrecher er selbst gemeint, oder die besagte
-
Person, gegen die der
Rechtsstaat angewendet wird und dann das
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Betatschen, Junge, das
erzähl ich dir später). Die Schule der
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"Sofortrekrutierung"
würde Slogans empfehlen vom Typ "Das
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uniformierte Volk wird
auch ausgebeutet", gerade kurz bevor
-
paradoxerweise die
Tränengasgranate hochgeht.
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- Es gab lange und
reichliche, gute und geistreiche Informationen in
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dem Radiochat der
Kollegen von "Ke Huelga", ein Sender, den ich
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wärmstens empfehle,
und der auf der Wellenlänge 102.9 FM sendet. Und
-
ich ergreife die
Gelegenheit, eine solidarische Umarmung an die
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Compas von Radio Platón
zu schicken, die gestern von der Polizei der
-
Regierung von Oaxaca
angegriffen wurden, und an alle alternativen
-
Medien, die uns von unten
uns links informiert halten und unsere
-
Batterien wieder
aufladen.
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- Wo war ich? Ach ja.
Also, an einem der kleinen Tische im Café
-
"Comandanate
Ramona", der einzige, der nicht völlig unter Bücher,
-
Zeitungen und Magazine
begraben war, saßen, wie es sich
-
herausstellte, der
besagte Durito mit einer Person, die als Juan de
-
Mairena bekannt war, und,
wie man sagt, ein guter Freund des
-
spanischen Dichters
Antonio Machado war.
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- Durito war in
Pancrema Plätzchen und einem Cappuccino vergraben, mit
-
zwei Paar seiner Beine
auf dem Tisch, während Juan de Mairena, der
-
völlig gesittet am
Tisch saß, eine Tasse Tee der Liebe zu sich nahm.
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- Die Aufnahme, die ich
getreulich transkribiert habe, gibt einige
-
Teile des Dialoges
wieder, der zwischen diesen zwei Personen und
-
deren "heavy duty"
Serviette stattfand.
-
- Es fängt an mit
der Anrede, die der Käfer an mich richtet...
-
- Durito: - Lausche,
mein hochgeschätzter Antonym eines
-
Stummelnäschens, den
folgenden Argumenten von Don Juan de Mairena:
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- "1. - Wenn alle
Ausnahmen eine Regel bestätigen, gilt eine Regel mit
-
Ausnahmen mehr, als eine
Regel ohne Ausnahmen, der ja die Ausnahme
-
fehlt, die sie bestätigt.
-
- 2. - Eine Regel
besitzt mehr Gültigkeit, je mehr Ausnahmen sie hat.
-
- 3: - Die ideale Regel
beinhaltet nur Ausnahmen.
-
- (Diese
Argumentationskette ist weiterzuführen, bis der Vortex der
-
Stupidität erreicht
ist)"
-
- (Antonio Machado,
"Juan de Mairena". Alianza Editorial, S.40)
-
- Ich: Das scheint mir
eine geistreiche... und nutzlose ...
-
Argumentation zu sein.
-
- Durito: Das ist wahr,
aber nicht völlig. Manchmal führt die
-
Hinterfragung des
Offensichtlichen zu Verbindungen, die einen die
-
Tlalpan-Taxqueno Kreuzung
vergessen lassen. Aber manchmal findet man
-
auch heraus, dass diese
Offensichtlichkeiten nur Lügen sind, die
-
ständig wiederholt
werden.
-
- Ich: Zum Beispiel?
-
- Durito: Das Heute,
diese künstliche Schöpfung, gepflegt und
-
vergöttert von der
modernen Gesellschaft, also das, was sich rund um
-
die Massenmedien aufbaut.
Stimmt es etwa nicht, dass "Heute" nicht
-
mehr eine Gegenwart, mit
Vergangenheit und Zukunft ist, sondern zur
-
Ewigkeit mutiert? Davor,
nur Chaos. Danach, nichts.
-
- Ich: Ich weiß
nicht worauf du hinauswillst.
-
- Durito (mit einem
verschwörerischen Blick zu Mairena): Alles andere
-
würde mich auch
überraschen. Sieh mal, Juanito, da ist das
-
kapitalistische System.
Stellt es sich denn selbst nicht etwa als
-
ewig, allmächtig und
allgegenwärtig dar?
-
- Juan de Mairena:
Sicher.
-
- Durito: Wird seine
Präsenz nicht etwa als ein unvermeidliches,
-
primäres Schicksal
akzeptiert; und später als das einzig mögliche;
-
und noch später als
das beste, das uns passieren konnte?
-
- Juan de Mairena: "Das
ist immer so. Eine Tatsache wird wahrgenommen,
-
und später als
Schicksal akzeptiert. Zuletzt verwandelt es sich in
-
eine Flagge. Wenn sich
die Tatsache eines Tages als nicht vollkommen
-
wahr, oder als vollkommen
falsch herausstellt, wirkt die Flagge zwar
-
blasser, weht aber
trotzdem weiter." (ibid. S.77)
-
- Durito: Klar, eine
verblasste Flagge wehen lassen. Das und nichts
-
anderes, tun die
Apologeten des Kapitalismus. Nun, was würde
-