Cancún, Quintana Roo am 14. März 2006*


An alle AnhängerInnen der Sechsten Erklärung aus dem Lakandonischen Urwald

und der Anderen Kampagne.

An die mexikanische Bevölkerung


An die Völker der Welt

An die Bevölkerung von Quintana Roo


*Wir wollen ein Mexiko, das uns als Menschen einbezieht,

das uns respektiert und unsere Würde anerkennt.

Deshalb wollen wir als Zapatistas unsere kleine Stimme

mit der großen Stimme aller vereinigen, die für ein neues Mexiko kämpfen. *



*Comandanta Ramona*


ERKLÄRUNG AUS QUINTANA ROO AM NATIONALEN TAG GEGEN POLIZEIGEWALT


Obgleich in der Mexikanischen Verfassung festgeschrieben ist, dass die freie

Meinungsäußerung weder gerichtlich noch administrativ verfolgt werden darf,

dass das Recht der Mexikaner, sich zu jeglichem legalen Zweck friedlich

zusammenzuschließen oder zu versammeln, einschließlich der Teilnahme an

politischen Aktivitäten des Landes, nicht eingeschränkt werden darf, und

dass friedliche Treffen und Versammlungen zum Protest gegen eine Sache bei

einer Behörde oder Staatsgewalt nicht aufgelöst werden dürfen, obgleich

unsere Verfassung besagt, dass niemand als Person und auch nicht dessen

Familie, sein Zuhause, seine Papiere oder Besitztümer angegriffen werden

darf, ohne dass dazu eine schriftliche und legale Anordnung der dafür

zuständigen Behörde vorliegt, obleich die Verfassung, das wichtigste

Fundament des Rechts in unserem Land, festlegt, dass keinem Menschen sein

Beruf, sein Handwerk, sein Geschäft oder seine Arbeit verwehrt werden kann,

die er ausübt, solange sie zulässig sind, trotz alledem unterdrücken die

Regierungen, Unternehmer, Caciques [mächtige politischen Interessenvertreter

(Anm. d. Üs.)] und politische Parteien mit Hilfe ihrer Polizeikräfte und

Paramilitärs, die sie geschaffen haben, um die Reichen zu schützen,

ungestraft die arbeitende Bevölkerung, die darum kämpft, sich auf ehrliche

Weise den Lebensunterhalt zu verdienen und Freiheit, Gerechtigkeit und

Demokratie zu fordern.


In mehreren Bundesstaaten der Mexikanischen Republik hat die Dreier-Allianz

von Regierung, Unternehmern und Caciques bereits eine Kampagne der

Unterdrückung, Verfolgung und Bedrohung gegen diejenigen entfesselt, die die

noble und uneigennützige Sache der “Anderen Kampagne” unterstützen. Die

Regierung und die Reichen stellen wieder einmal ihre Unfähigkeit unter

Beweis, auftetende Konflikte durch den Dialog zu lösen.


In Mexiko hatte die Polizeigewalt bereits zahllose tragische Höhepunkte, wie

das Massaker von Tlateloco 1968, den schmutzigen Krieg der 70er Jahre, die

Massaker an Campesinos in Aguas Blancas, Guerrero, das Massaker an Indígenas

in Acteal, Chiapas, um nur einige Beispiele dafür zu nennen, wie die

schlechte Regierung dem Volk mit irrationalem Mord und der Macht der

Brutalität der reichen und herrschenden Klasse gegenübertritt, damit das

Volk davon ablässt, an Gerechtigkeit, Freiheit und Demokratie zu denken.


Derzeit führt die machthabende politische Klasse, die Regierung, einen Krieg

der niederen Intensität gegen die Autonomen Zapatistischen Gemeinden und

gegen alle zivilen Zapatistas des Landes.


Wir, die AnhängerInnen der Anderen Kampagne in Quintana Roo, sind darüber

empört, diese Polizeigewalt, die von den schlechten Regierungen ausgeht,

sehen und hören zu müssen und ihr ausgesetzt zu sein. Deswegen verurteilen

wir an diesem “Nationalen Tag gegen Polizeigewalt” öffentlich, gegenüber der

öffentlichen Meinung, der Bevölkerung von Quintana Roo, der mexikanischen

Bevölkerung und allen Völkern der Welt die nachfolgend aufgeführten

Repressionen, denen wir als Mitglieder der Anderen Kampagne ausgesetzt sind:



Bedrohung und das Verbot des Klebens von Flugblättern für Compañeros der

Anderen Kampagne in Tulum durch Polizisten und Personen in Fahrzeugen des

lokalen Rathauses, die die geklebten Zettel wieder abrissen und

verhinderten, dass die Informationen über den Besuch des Delegierten Zero in

Quintana Roo verbreitet werden konnten.


Verfolgung und Beschattung von Compañeros der Anderen Kampagne durch

Regierungsbeamte in Cancún, Q. Roo, u.a. mit Fahrzeugen mit Nummernschildern

von Illinois, USA.


In der Stadt Chetumal, Q. Roo, wurde der Anthropologe Fernando Cortez,

Mitglied der Anderen Kampagne und Unterstützer des Zapatismo, geschlagen und

erhielt Morddrohungen von einem Informanten des Innenministeriums und der

Regierung des Bundesstaates namens Cuauhtemoc Gardiel, und seine Familie

wurde mehrfach von Fahrzeugen verfolgt, die offenbar der Polizei gehörten.


In Quintana Roo haben die polizeilichen Institutionen die Unterdrückung der

Jugendlichen verstärkt, die festgenommen werden, nur weil sie sich auf der

Straße treffen, wegen ihres Erscheinungsbildes, wegen ihrer Art, sich zu

kleiden oder anders zu denken. Sie werden inhaftiert, müssen Razzien

erleiden, werden geschlagen, gefoltert, vergewaltigt, erniedrigt,

eingeschüchtert.


In Cancún behandeln Politiker und Unternehmer die Straßenhändler, Fischer,

Sexarbeiter, Schuhputzer, Immigranten, die auf dem Bau arbeiten, etc.,

allesamt einfache Menschen, die versuchen, sich auf ehrliche Weise den

Lebensunterhalt zu verdienen, als Kriminelle. Sie werden von der Polizei

verfolgt und unterdrückt, die wiederum die reichen Unternehmer und

Regierenden schützen, welche sich öffentliche Strände und Länderein

aneignen, das Wasser verschmutzen, die Mangrovensümpfe, Cenotes

[unterirdische Wasserreservoirs ], den Urwald, die Riffs, die Rechte der

Arbeiter verletzen und sie ausbeuten, Mädchen vergewaltigen und sie zur

Prostitution zwingen, betrügen, rauben und Geschäfte machen mit dem

Haushaltsbudget, mit Steuergeldern, öffentlichen Geldern, dem Drogen- und

dem Waffenhandel.


Wir erklären uns solidarisch und unterstützen: die Compañeros und Compañeras

des Anderen Chiapas, die von der Regierung des Bundesstaates verfolgt und

bedroht werden; die noble Gemeinschaft der Zapoteca-Indígenas von San Blas

Atempa, Oaxaca, das die von Caciques und der Regierung des Bundesstaates

befohlene Polizeiagression erleidet; und alle AnhängerInnen der Anderen

Kampagne im ganzen Land, die von den schlechten Regierungen unter der

Führung der Parteien PRI, PAN, PRD, PT und Verde Ecologista verfolgt und

unterdrückt werden.

Am 5. Februar entführten 20 Polizisten in Santa María Ixcotel, Oaxaca, vier

Compañeros des Komitees für die Verteidigung der Indigenen Rechte, schlugen

sie und sperrten sie ein, als diese gerade dabei waren, Plakate zu kleben,

auf denen die Versammlungen der Anderen Kampagne im Bundesstaat Oaxaca

angekündigt wurden. Sie mussten 2 Tage in Haft bleiben, und einer von ihnen,

Sergio Ramírez Vázquez, wurde sogar des versuchten Mordes an einem

Polizisten beschuldigt.


Im Dorf San Blas Atempa, autonomer und vom Volk regierter Landkreis, ist die

Bevölkerung nach den gewalttätigen und blutigen Ereignissen vom 1. Januar

2005, verursacht durch die Auflagen des Gouverneurs Ulises Ruiz Ortiz und

der Abgeordneten Agustina Acevedo Gutiérrez, die außerdem noch andere Ämter

ausübt und sich willkürlich am Budget von Bundesland und Staat bereichert,

der gewalttätigen Repression seitens der Bundes- und Staatsregierung

ausgesetzt, welche 5 Compañeros entführt und eingesperrt haben, die von den

von der Abgeordneten Agustina Acevedo angeheuerten Kriminellen und

Pistolenhelden behandelt brutal wurden, darunter auch der Sohn der

Abgeordneten, der auf einen der fünf Gefangenen schoss, welche bis heute

politische Gefangene sind.


Das sind:

Alfredo Jiménez Henestroza

Roberto Ortiz Acevedo

Jorge Reyes Martínez

Feliciano Jiménez López

José Luis Sánchez Gómez


In Oaxaca sind die Caciques und die Regierung gegen den Willen der

Bevölkerung.

In Oaxaca entführt die Regierung diejenigen, die Gerechtigkeit vertreten …

Hier in Mexiko verfolgt die Regierung nicht die Kriminellen, sondern sie

selbst ist kriminell.


Aus dem Anderen Oaxaca erhielten wir eine weitere Nachricht, die Zeugnis von

der Repression gibt, welcher die Compañeros und Compañeras der Anderen

Kampagne ausgesetzt sind, nicht mehr nur in San Blas Atempa, Santa Catarina

Juquila, Chuxnabán,

Quetzaltepec Mixe, San Andrés Montaña, Silacayopan und Santiago Ixtayutla,

sondern jetzt kommt noch etwas hinzu:


Am 4. März 2006 wurden die BewohnerInnen der Gemeinde Santiago Cuixtla,

Landkreis Santos Reyes Nopala, Oaxaca, mit Feuerwaffen angegriffen. Der

feige Angriff wurde vom Präsidenten des Landkreises Fredy Gil Pineda Gopar

und anderen PRI-Anhängern angeführt und hinterließ zwei Schwerverletzte: die

Compañeros Jesús Carmona Mijangos und Marino Cruz Canseco. Jedoch begnügten

sich die Polizeikräfte nicht damit, in eine friedliche Versammlung zu

schießen. Sie nahmen auch noch die Compañeros Roberto Sánchez, Riaño, Tirso

Díaz Hernández, Zeferino Hernández Cruz, Simón Velasco Ruiz, Carmelo

Hernández Alavés, Pedro Ramírez Hernández, Arnulfo Hernández Cortés und

Severo Cruz López fest. Außer diesen acht Gefangenen gilt der Compañero

Tomás Ruiz Carmona als vermisst. Diese verletzten, gefangenen und

verschwundenen Compañeros gehören den Organisationen Frente Popular

Revolucionario (FPR) und Organización India por los Derechos Humanos en

Oaxaca (OIDHO) an, die beide Anhänger der Sechsten Kampagne sind.



Im Municipio Santiago Cuixtla Nopala in Oaxaca wird eine Kundgebung der

PROMOTORIN FÜR DIE LANDESWEITE EINHEIT GEGEN DEN NEOLIBERALISMUS für die

Freiheit der Gefangenen angegriffen: 4 Verhaftete und ein Verletzter werden

unrechtmäßig festgehalten (nachdem der Cacique Fredy Gil Pineda Gopar,

gedeckt von Regierungssekretär Jorge Franco Vargas, zwei Personen bei einer

Gemeindeversammlung verletzte).


Zahlreiche Mitglieder verschiedener Polizeieinheiten (Granaderos,

Sondereinsatzkommando UPOE und Präventivpolizei) setzten Tränengas ein, das

auch in die Fahrzeuge eindrang, in denen sich vor allem Frauen und Kinder

befanden, und prügelten dann mit Schlagstöcken auf die Anwesenden ein.

Ergebnis dieser Brutalität sind vier weitere Verhaftete: Daniel Hernández

Cruz, Fidel Gandarillas, Prof. Aquilino "N" aus der Gemeinde Temazcaltepec,

Nopala, und ein weiterer Compañero, dessen Name uns noch nicht bekannt ist.

Außerdem gibt es einen Schwerverletzten, Joel Roldan Mendoza, der einen

Schädelbasisbruch erlitt, und Dutzende weitere Compañeros, die angegriffen

wurden.


Wir fordern die bedingungslose Freilassung der politischen Gefangenen und

das Wiederauftauchen der Vermissten.


In Tehuacan, Puebla, einer Maquiladora [Billiglohnfabriken]-Zone sind sieben

von 10 Gefangenen des regionalen Gefängnisses Indígenas.


In San Cristóbal de las Casas, Chiapas, ist die Festnahme von Dámaso

Villanueva, einem der Promotoren der Anderen Kampagne in diesem Staat, Teil

der politischen Einschüchterungs- und Repressionsstrategie, die im ganzen

Land gegen jene entfesselt wurde, die die zapatistische Initiative

unterstützen. Der Compañero Dámaso Villanueva Ramírez wurde von der

bundesstaatlichen Polizei festgenommen und angeklagt, eine Antenne der Firma

"Pegaso" im Oktober 2004 zerstört zu haben. Die Zerstörung fand an einem Tag

und zu

einer Stunde statt, als er sich in einer Versammlung im Gemeindehaus von San

Cristóbal de Las Casas aufhielt. Compañero Dámaso ist Mitglied des Comité

Ciudadano para la Defensa Popular (COCIDEP) [BürgerInnenkomitee zur

Verteidigung der Bevölkerung], ein Kollektiv, das gegen die hohen Kosten der

elektrischen Energie, gegen die Privatisierung des Wassers und gegen den

Missbrauch von Autorität kämpft. Das COCIDEP ist Angehöriger der Sechsten

Erklärung aus der Selva Lacandona und hat an der "Anderen Kampagne"

teilgenommen.


Die Festnahme des Compañeros des COCIDEP ist eine der Aktionen, die die

Regierung von Chiapas gegen die "Andere" von Chiapas entfesselt hat:

Drohungen gegenüber MitarbeiterInnen von Nichtregierungsorganisationen wie

DESMI A.C., Menschenrechtszentrum Fray Bartolomé de Las Casas, Maderas del

Pueblo, Servicio Internacional para la Paz [SIPAZ], und die Einheitszentrale

der ArbeiterInnen CUT-ONPP aus Palenque, sowie Aggressionen gegen

Einzelpersonen wie Marisa Kramsky und Gustavo Jiménez.


In San Cristóbal de las Casas gab es am 26. Februar auch Repression gegen

Ernesto Ledesma, Koordinator von CAPISE [Zentrum für politische Analyse und

soziale Forschungen], dessen Haus ausgeraubt wurde. Ein Manöver, um soziale

und zivile Institutionen und Mitglieder von Organisationen einzuschüchtern,

die UnterstützerInnen der Sechsten Deklaration der Selva Lacandona und der

Anderen Kampagne sind.


In Costa Chica in Guerrero gibt es illegale Einschüchterungs- und

Belästigungsaktionen, die die mexikanische Armee offen und systematisch

gegen Radio Ñomndaa, La Palabra del Agua, durchführt, ein kommunales Radio,

das Kommunikationsmedium der Dörfer und Gemeinden der Costa Chica von

Guerrero und Oaxaca, welches in Suljaa' (Xochistlahuaca), Guerrero, Mexiko,

stationiert ist, Gemeinschaft der Nanncue Ñomndaa (Amuzgo). Es gibt rasante

Überflüge über die Gemeinde die über dem Hügel Cerro de las Flores Kurven

zieht, wo sich der Sendeturm und die Sendekabine des Radios befinden.


In Ciudad Guzmán, Jalisco, gibt es bereits die Präsenz des Generalstabs, der

nach "Unruhestiftern" sucht. In Sayula werden die Jugendlichen verfolgt,

weil sie anders aussehen und man erlaubt ihnen nicht, sich frei auf den

Straßen des Ortes zu bewegen, der von einem Ex-Militär regiert wird, der in

Chiapas einen Bruder an der Seite der Regierung hat.


Man kriminalisiert mehr und mehr diejenigen, die sich anders kleiden. Sie

und die AktivistInnen der Linken sind Objekt der polizeilichen Verfolgung.


In Morelos, Hidalgo, wurde Lucila González, Mitglied der Anderen Kampagne,

Ex-Ejido-Beauftragte von Tetela del Monte, festgenommen, als sie sich auf

dem Weg zur Kundgebung des internationalen Frauentages befand. Es ist

angemessen darauf hinzuweisen, dass die Mehrheit der EjidoVersammlung von

Tetela del Monte sich entschieden dagegen gewandt hat, dass die

Gemeindeländereien, die im Wald von Nord-Cuernavaca liegen, von den Spaltern

verwüstet werden, die vorgeben, dort ein "libramiento" bauen zu wollen.


In Tuxtepec, Oaxaca, bleibt der Compañero Pedro Castillo Aragón weiter

Gefangener in der staatlichen Haftanstalt von Ixcotel. Er ist vom

kollektiven Führungsgremium des Komitees zur Verteidigung der BürgerInnen

(CODECI), UnterstützerInnen der Sechsten und der Anderen Kampagne.


In Colima gibt es Aktivitäten des Geheimdienstes CISEN im Vorfeld des

Besuches des Delegado Zero, mit der Absicht, Menschen dieses Bundesstaates

unter Vertrag zu nehmen, damit sie Fotos schießen, Informationen über

SympathisantInnen (von denen sie bereits eine Liste haben) zu sammeln und

darüber, wo sich Subcomandante Zero einquartieren wird, und schließlich

sollen sie die Leute infiltrieren, während er anwesend ist.


In der Fakultät der höheren Studien (FES) Acatlán sind die compañeros der

Anderen Kampagne auf konstante Weise von der "Autoritäten" der FES Acatlán

belästigt und bedroht worden.


Am 12. März wurden Doroteo Vega Rivera und Virgina Rosas Ramírez von der

Pueblanischen Volksfront in Puebla gefangenengenommen und verschwanden. Sie

fuhren mit ihrem Auto, als sie an der Grenze von Teotlalco, Puebla, und der

Siedlung Ahuaxtla von angeblichen Justizagenten festgenommen wurden. Sie

kamen gerade von einer Informationsveranstaltung der Anderen Kampagne. Wir

machen für das, was ihnen passiert, den Landkreispräsidenten von Teotlalco,

Pedro Tejeda Herera, und die Autoritäten der bundesstaatlichen Regierung von

Puebla verantwortlich.


In Coahuila werden am 3. März mehr als 80 junge Menschen der Jugend der

Revolutionären Linken (JIR) mit Repression überzogen. Auf einer privaten

Feier wurden mehr als 80 Jugendliche unterdrückt, die Mehrheit der

Jugendlichen sind Mitglieder oder SympathisantInnen der Jugend der

Revolutionären Linken, sie haben an Demonstrationen gegen den Missbrauch

beim städtischen Transport protestiert.


Wir lehnen den Machtmissbrauch der polizeilichen Bestien ab.


In Queretaro wurde im vergangenen Juni der Gay-Aktivist Octavio Acuña Rubio

ermordet. Selbstverständlich ist das Verbrechen noch immer ungesühnt, die

Untersuchung ist nicht vorwärtsgekommen, auch wenn das Motiv für alle

Compañeros von Octavio völlig klar ist: es handelt sich um eines der

sogenannten "Verbrechen aus homophobem Hass". Das kommt vor in Queretaro, wo

es eine ultrakonservative Regierung gibt, die nicht wenige als faschistisch

bezeichnen. Die PANistische Regierung von Fracisco Garrido.


Jetzt stellen wir uns die Frage, wir, alle die von unten, die Indígenas, die

StudentInnen, die Hausfrauen, die ArbeiterInnen, die Jugendlichen der

Viertel, die sozialen KämpferInnen etc.:


Ist es möglich, ohne die Polizeibrutalität derer von oben zu leben? Können

wir von unten die Gerechtigkeit, die Freiheit und die Demokratie aufbauen

und in die Praxis umsetzen?


Wir von der Anderen Kampagne glauben, dass eine andere Welt möglich ist und

dass die einzige Form sie zu realisieren, ist, sie von unten mit der Anderen

Kampagne aufzubauen.


Wir wissen, dass die Autoritäten nicht einen Finger rühren, um diejenigen zu

bestrafen, die die Bevölkerung brutal unterdrückt haben, wegen der einzigen

Tatsache, dass sie Gerechtigkeit gefordert haben und dass sie ihre

verfassungsmäßigen Rechte genutzt haben. Wir wissen das, weil von jenen

Autoritäten im Zusammenschluss mit den Reichen und Mächtigen die Befehle

ausgehen, um die polizeiliche Brutalität gegen die Bevölkerung

durchzuführen. Es ist offensichtlich, dass die föderalen, bundesstaatlichen

und die Autoritäten der Landkreise für die Befehle der Reichen, der

Mächtigen zur Verfügung stehen. Die Polizei und die Armee schützen einzig

die, die schon alles haben und mehr wollen.


Wir wissen, dass diejenigen, die die Unterdrücker bestrafen sollten, Teil

des selben Systems sind, politische Parteien, Richter, Regierende. In

geheimer Absprache berauben sie die Bevölkerung ihrer Rechte und der

Naturressourcen, die Eigentum der Nation sind.


Trotzdem, wen diese Botschaft erreichen soll, ist das Volk, unten und auf

der Linken. Wir bitten die Bevölkerung, wir laden sie ein, sich friedlich zu

organisieren, dass sie danach sucht, wie sie sich organisieren kann, um die

Rechte zu verteidigen, die die Reichen und die Regierung dem Volk auf dem

irrationalen Weg der Gewalt und der Straflosigkeit wegnehmen wollen.


Die Andere Kampagne schlägt einen Raum vor, um sich zu organisieren und für

ein Land zu kämpfen, in dem die Autoritäten ausschließlich so regieren, dass

sie der Bevölkerung gehorchen, und nicht andersherum, so wie es jetzt

geschieht.


Die Andere Kampagne ist der Ort der Bevölkerung, denn aus ihr geht "das

Volk, das befehlen wird und die Regierung, die gehorchen wird" hervor.


Und wir möchten auf einen fundamentalen Charakterzug der Anderen Kampagne

hinweisen: "sich treffen, um allen bekanntzugeben, dass sie nicht allein

sind".


Wir laden die Bevölkerung ein, ihren größten Feind zu besiegen, den größten

Feind der unterdrückten Völker: die Angst.


Für unsere KampfgefährtInnen, für die wegen der Polizeigewalt Gefallenen,

Unterdrückten und Verschwundenen in allen Winkeln des Landes und der Welt,

nicht eine Minute des Schweigens, sondern ein ganzes Leben im Kampf.


Brüderlich:


Gegen die Polizeibrutalität: ein anderes Mexiko, nie mehr ein Mexiko ohne

uns.


Für die andere Kampagne in Quintana Roo.


El Colectivo.- Maya Kin.


El Colectivo.-Unión de Defensa de la Raza Maya-Cancún.


El Colectivo.- Isla Mujeres.


El Colectivo.-Mahahual.


El Movimiento de Cultura Popular.


El Colectivo.- Rincón Rupestre.




***

Übersetzung:

Katja & Gruppe B.A.S.T.A.