- Massive
Repression in Mexiko gegen Andere Kampagne:
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1 Toter und knapp 300
Festnahmen
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Am 4. und 5. Mai kam es
in den Städten Texcoco und Atenco, in unmittelbarer
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Nähe von
Mexiko-Stadt, zu schweren Auseinandersetzungen zwischen
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AnwohnerInnen und der
Polizei. Knapp 300 Personen wurden festgenommen und
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dabei schwer misshandelt,
darunter alte Menschen, Frauen und Kinder. Eine
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Reihe von Haftbefehlen
sind noch offen.
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Ausgangspunkt des
Konflikts war ein Versuch der lokalen Polizei, eine Gruppe
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von BlumenverkäuferInnen
zu verjagen, die ihre Ware mangels Alternative auf
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der Straße
verkaufen. Die BlumenverkäuferInnen wandten sich an die
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EinwohnerInnen des
benachbarten Städtchens Atenco um Hilfe, die vor zwei
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Jahren erfolgreich den
Bau eines internationalen Flughafens auf ihren
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Ländereien militant
verhindert hatten. Die Mitglieder des Frente de los
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Pueblos para la Defensa
de la Tierre (FPDT) aus Atenco kamen den
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BlumenverkäuferInnen
am 4. Mai zu Hilfe und hielten die Ordnungskräfte, die
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dann auch Atenco
angriffen, einen ganzen Tag lang mit Steinen, Stöcken und
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Molotovcocktails in
Schach. Etwa 15 Polizisten verschiedener Einheiten
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wurden im Verlauf des
Tags als Geiseln genommen.
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Der Angriff der Polizei,
der von BeobachterInnen als Rache für die
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Niederlage der Regierung
Vicente Fox in der Flughafen-Angelegenheit
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interpretiert wird,
geschah wenige Tage nachdem Zapatisten-Sprecher
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Subcomandante Marcos im
Rahmen der Anderen Kampagne Atenco besucht hatte.
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Marcos rief für den
5. Mai alle UnterzeichnerInnen der Anderen Kampagne zu
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zivilen Protestaktionen
auf. Die Andere Kampagne ist die jüngste politische
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Initiative der Zapatisten
mit dem Ziel, ein landesweites Netzwerk von
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Basis-und
Widerstandsorganisationen aufzubauen. Bis Februar 2006 hatten
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allein in Mexiko über
1000 Organisationen den Aufruf unterzeichnet, und
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Subcomandante Marcos
tourt seit 1.1. 2006 durch ganz Mexiko, um Bündnisse zu
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verschiedenen politischen
Themen zu verfestigen.
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Allerdings kam die
mexikanische Polizei den Protestaktionen zuvor, indem sie
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in den ersten
Morgenstunden des 5. Mai über 3000 Beamte nach Atenco
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schickte. Diese
überfielen viele AnwohnerInnen im Schlaf und begannen mit
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beispielloser Brutalität
alle zu verhaften, derer sie habhaft werden konnten
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.
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Die Polizeigewalt
richtete sich wahllos gegen alle BäuerInnen und Bauern aus
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Atenco. Die Gefangenen
wurden auch nach den Festnahmen noch misshandelt, aus
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dem Frauengefängnis
werden Vergewaltigungen gemeldet. Mehrere Dutzend
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Personen stehen seit
vergangenen Freitag auf einer Fahndungsliste, andere
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sind spurlos
verschwunden.
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Subcomandante Marcos
führte am Samstag abend eine Demonstration von ca. 8000
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Leuten nach Atenco an, um
die Solidarität mit den Verfolgten sichtbar zu
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machen.Er stellte klar,
dass ein Angriff auf die FPDT einen Angriff auf alle
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UnterzeichnerInnen der
Anderen Kampagne darstellt - da ein Grundprinzip der
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Anderen Kampagne lautet,
gegenseitig füreinander einzustehen angesichts von
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Repression. Marcos hat
seine Rundreise bis auf weiteres unterbrochen und
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wird in Mexiko-City
bleiben, um weitere Aktionen für die Verhafteten und
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Verfolgten von Atenco zu
koordinieren. Überall in Mexiko, aber auch in
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Kanada, USA, Italien,
Spanien, Ecuador etc. gehen nun Menschen auf die
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Straße, um ihre
Besorgnis angesichts der Polizeibrutalität in Mexiko
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auszudrücken und die
Freilassung der Verhafteten zu fordern.
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Es handelt sich hierbei
um die erste Feuerprobe für die Andere Kampagne, die
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eine basisdemokratische,
plurale Initiative für ein anderes Mexiko
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darstellt. Ihr Erfolg
wird u.a. davon abhängen, wieviele Leute sich jetzt
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solidarisch zeigen und
reagieren.
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PRODH
Menschenrechtszentrum dokumentiert Vergewaltigung einer
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Gefangenen
aus Atenco
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- Victor Balinas, La
Jornada 8. Mai 2006
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- Das
Menschenrechtszentrum Miguel Agustín Pro Juárez
denunzierte und
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dokumentierte heute unter
anderen Menschenrechtsverletzungen gegen
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die Bewohner von San
Salvador Atenco, einen Fall sexuellen
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Missbrauchs, der von
Polizisten gegen eine Frau verübt wurde, die ins
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Gefängnis von
Santiaguito, Bundesstaat México transportiert wurde.
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- Es wurden mehrere
Gruppenvergewaltigungen an Frauen gemeldet, die in
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San Salvador Atenco
verhaftet wurden, aber PRODH gab bekannt: "wir
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konnten einen dieser
Fälle dokumentieren und werden es denunzieren.
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Es ist sehr
schwerwiegend, dass eine der verhafteten Frauen, auf dem
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Weg von Atenco ins
Gefängnis von Santiaguita, von den Polizisten
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vergewaltigt wurde, die
sie transportierten. Wir haben Zeugenaussagen
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zu diesem Fall".
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- Des weiteren betonte
das Nationale Zentrum für Soziale Kommunikation
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(CENECOS), dass bis
gestern, 14:00 Uhr "die Anwälte, die von den
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Angehörigen mit der
Verteidigung der Gefangenen betraut worden sind,
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kein Zugang zu den
Gefangenen hatten".
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- Das CENCOS erklärte,
dass "einige Einwohner von San Salvador Atenco,
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konnten ihre inhaftierten
Angehörigen nur 15 Minuten lang sehen, und
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es war nicht erlaubt
ihnen Kleidung gegen die Kälte oder
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Hygieneartikel zu
überreichen; sie tragen weiterhin die gleiche
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Kleidung, in der sie
verhaftet worden sind.
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- Sie denunzierten
ebenfalls, dass es den Menschenrechtsorganisationen
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nicht erlaubt wurde das
Gefängnis zu betreten um wichtige
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Beobachtungen zu machen,
um die Rechte der Gefangenen zu garantieren.
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"Wir beklagen sehr
das Klima der Unsicherheit und Verfolgung, die in
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diesem Bezirk herrscht,
aufgrund der Haftbefehle, die weiterhin
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ausgestellt sind, und wir
rufen die Medien auf, eine gerechte
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Berichterstattung zu
gewährleisten, die die Rechte der Gefangenen
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berücksichtigt.
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- (übs. von Dana)