- Comeback
des Zapatistenführers Subcomandante Marcos Heftige Kritik an
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Polizeieinsatz
- sicher geglaubter Wahlerfolg des Linkskandidaten
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Lopez
Obrador scheint gefährdet
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- "Diese Wahlen
werden nur unter massiver Militär- und Polizeipräsenz
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abgehalten werden
können": EZLN-Sprecher "Subcomandante Marcos",
der
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mittlerweile "Delegierter
Zero" genannt werden will, wendet sich an
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die Öffentlichkeit.
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- Nachdem der
Repräsentant der "Zapatistischen Befreiungsarmee",
die
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mit ihrem Aufstand in der
verarmten Provinz Chiapas am Neujahrstag
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1994 bekannt wurde,
jahrelang den Kontakt zu offiziellen Medien
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gemieden hatte, trat er
am Dienstag überraschend im Morgenprogramm
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des mexikanischen
Televisa-Fernsehens auf.
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- Seit Jänner
tourt der "Sub" durch das Land, jetzt, in der Endphase
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des Wahlkampfs, ist er
auch in den kommerziellen Medien präsent. Die
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linke Tageszeitung "La
Jornada" veröffentlichte sein erstes Interview
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seit fünf Jahren
(siehe Kasten links). Vorwürfe gegen Polizei
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- In der Vorwoche hatte
ein brutaler Polizeieinsatz in der Stadt San
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Salvador Atenco ein
Todesopfer und zahlreiche Verletzte gefordert.
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Einwohner der
aufständischen Kleinstadt, in die sich seit den
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erfolgreichen Protesten
gegen den Bau eines Großflughafens vor vier
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Jahren kein Polizist
wagte, berichten über Folter und Vergewaltigung
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von Gefangenen. Die
Studierenden der Universidad Autonoma de Mexico
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(UNAM) haben für das
Wochenende eine Massendemonstration in der
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Hauptstadt angekündigt
und wollen dabei die Hauptverkehrsader
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Periférico
blockieren.
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- WAHLKAMPFTHEMA GEWALT
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Erst im April waren zwei
Menschen bei der erfolglosen Stürmung eines
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bestreikten Stahlwerks
getötet worden. Die jüngste Gewalteskalation
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liefert dem konservativen
Kandidaten Felipe Calderon (PAN)
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willkommene
Wahlkampfmunition. Der Erstürmung Atencos ging eine
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heftige Polemik über
die angebliche Schwäche Präsident Fox' gegen
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"ein paar
macheteschwingende Bauern" voran.
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- Linkskandidat Andres
Manuel Lopez Obrador (PRD) wiederum muss sich
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Vergleiche mit den
Aufständischen gefallen lassen: "Hinter der
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Sturmhaube verbirgt sich
das gleiche Gesicht von Intoleranz und
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Autoritarismus, das die
gewalttätige Linke charakterisiert, und Lopez
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Obrador steht für
eben diese Ansichten" tönte der PAN-Bewerber um die
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Nachfolge von Präsident
Fox. In jüngsten Umfragen konnte er den
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Vorsprung auf Lopez
Obrador, den bisher aussichtsreichsten
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Kandidaten, verringern
und liegt nun einigen Meinungsforschern
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zufolge sogar vor diesem.
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- MANIPULATIONSVORWÜRFE
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Marcos hat jedenfalls
angekündigt, in Mexico City zu bleiben, bis
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alle 400 Gefangenen von
Atenco frei sind. Den mexikanischen Medien
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wirft er Manipulation
vor: So seien Bilder, die Übergriffe der
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Polizei zeigten, in den
Livesendungen zwar gezeigt, für die
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abendliche
Zusammenfassung aber herausgeschnitten worden. (Foto)
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Marcos zeigt bei einer
Rede in Atenco leere Patronenhülsen. Die
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Medien hatten berichtet,
die Polizei habe bei der Erstürmung der
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Stadt lediglich Tränengas
eingesetzt. In einer Rede vor 10.000
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Demonstranten wandte er
sich direkt an die Journalisten: "Ich habe
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euch in Chiapas gesehen,
wie ihr euer Leben riskiert und Hunger
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gelitten habt, und ich
habe gesehen, wie eure Vorgesetzten dann alles
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verändert haben. Ich
habe gesehen, wie eure Fotos und Videos in den
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Schreibtischschubladen
der Chefredakteure verschwunden sind."
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Vorwürfe, die EZLN
habe die Ausschreitungen in Atenco organisiert,
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weist Marcos zurück:
"Wenn das so wäre, hätten die Aufständischen
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Erfolg gehabt".
Gewaltlose Veränderungen seien unmöglich, solange die
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Regierenden Waffen
besitzen und nicht zögerten, diese gegen die
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Bevölkerung
einzusetzen. Von den bevorstehenden Wahlen erwartet
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Marcos keine großen
Veränderungen: der konservative Kandidat Calderon
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stehe für die
Installation eines faschistischen Regimes und den
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Einsatz von Polizei und
Militär gegen die Bevölkerung, der Bewerber
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der jahrzehntelang
regierenden PRI, Roberto Madrazo, für eine
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Rückkehr in die
kriminelle und korrupte Vergangenheit.
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- KEINE UNTERSTÜTZUNG
FÜR LOPEZ OBRADOR
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Der PRD-Kandidat Lopez
Obrador sei aber um nichts besser: Unter
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seiner Präsidentschaft
sei ein Weiterbestehen der kapitalistischen
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Produktionsverhältnisse
und damit der Unterdrückung gesichert, auch
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wenn er sich einen linken
Anstrich gebe. Keiner der Kandidaten könne
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also eine dauerhafte
Lösung der Probleme der verarmten Massen
-
anbieten, so Marcos. Eine
Lösung "von oben" sei nicht zu erwarten.
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Auf die Frage der
"Jornada", ob der Vorschlag, "die Reichen aus dem
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Land zu werfen",
realistisch sei, antwortet Marcos mit Beispielen:
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Als die Großgrundbesitzer
die autonomen Dörfer in Chiapas verließen,
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hätten sie die
Befürchtung geäußert, ihre Grundstücke würden
künftig
-
- unbestellt bleiben.
Heute, so Marcos, werde dort mehr produziert als
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je zuvor. Durch die
Einrichtung direkter Vertriebswege unter
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Ausschaltung der in
Mexiko "Coyotes" genannten Zwischenhändler
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erziele man mittlerweile
viel bessere Preise für die Produkte. Auch
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in der von den Arbeitern
besetzten Reifenfabrik Euzkadi (einer
-
Tochter der deutschen
Continental) sei die Qualität durch die
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Übernahme verbessert
worden. Auch die Kriminalität habe in den
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Gebieten, in denen die
Bewohner ihr Schicksal selbst in die Hand
-
genommen haben, drastisch
zurückgegangen und sei mittlerweile
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niedriger als in den von
privaten Sicherheitsdiensten bewachten
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Wohnvierteln der Reichen.
Marcos führt dies darauf zurück, dass die
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unterbezahlten Wachleute
oft mit Kriminellen zusammenarbeiten und
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diesen Hinweise auf
mögliche Entführungsopfer geben. (bed)
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- URL:
http://derstandard.at/?url=/?id=2441740
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- (Wien) Nach seinem
Gespräch mit Heinz Fischer weilte der mexikanische
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Präsident Vicente
Fox noch bei einem vom Bundespräsident gegebenen
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Mittagessen. Vor der
Hofburg "versammelten" sich unterdessen
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Demonstranten, die Fox
hernach mit Protesten "begrüßen" wollten. Sehr
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beeinduckt dürfte
dieser wohl nicht gewesen sein. Das Grüppchen
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bestand aus maximal zehn
Personen, die Fox aber lautstark als
-
"Asesino", also
"Mörder" beschimpften.
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- Auf Transparenten
forderten die Demonstranten im Zusammenhang mit den
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Ausschreitungen in der
mexikanischen Kleinstadt San Salvador Atenco
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die "Freilassung
politischer Gefangener". Ein junger Mann mit
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Megaphon gab besonders
laut den Ton an. Er skandierte: "Nieder mit
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Fox, nieder mit dem
Faschismus." Kundgebung vor Botschaft Zuvor
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hatten am Rande des
Fox-Besuchs und des EU-Lateinamerika-Karibik-
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Gipfels (EULAC)
Aktivisten bereits vor Mexikos Botschaft in Wien-
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Wieden gegen ihre
Regierung demonstriert, die für "Ermordungen und
-
Vergewaltigungen"
von Bewohnern der Kleinstadt San Salvador Atenco
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verantwortlich sein soll.
Die Bewohner des Dorfes würden sich, so die
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Demonstranten, einem
großem Bauprojekt der Regierung in den Weg
-
stellen, was die
Herrschenden mit "brutaler Polizeigewalt"
-
beantworten. Fox erklärte
dazu bei der gemeinsamen Pressekonferenz
-
mit Fischer, der
gerechtfertigte Einsatz werde in "voller
-
Respektierung der
Gesetze" komplett untersucht. "Das letzte Wort
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werden die Richter haben.
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- Der Standard vom
11.05.2006
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- Vorbemerkung:
Die Formulierung des "Standard", dass sich Fox
-
unbequemen
Fragen gestellt hätte verschweigt, dass dieses Stellen
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nicht
freiwillig war. Es gelang vor allem dadurch, dass sich von den
-
Wiener
Aktivisten jemand mit Schlips und Kragen unter das erlesene
-
Publikum
geschummelt hatte und die Dinge zur Sprache brachte
-
- Unbequeme
Fragen an Vicente Fox
-
- Mexikos Staatschef
stellte sich am Rande des EULAC-Gipfels der Kritik
-
- Demonstration gegen
Polizeigewalt in Atenco
-
- Mexiko Von den rund
60 lateinamerikanischen Staats- und
-
Regierungschefs, die am
Wiener Gipfel teilnehmen, stellen sich nur
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drei einer breiteren
Öffentlichkeit. Den Anfang machte am Donnerstag
-
Mexikos Staatschef
Vicente Fox. Er wurde mit teils unbequemen Fragen
-
konfrontiert.
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- Sie reisen durch Wien
in gepanzerten Fahrzeugen, verschwinden am
-
Tagungsort hinter
geschlossenen Türen. Und außer den Fernsehkameras
-
bekommt sie kaum jemand
zu sehen: Der Auftritt der Stargäste am EU-
-
Lateinamerika-Gipfel ist
zwar medien-, aber ganz und gar nicht
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volksöffentlich.
-
- Drei Prominente
tanzen allerdings aus der Reihe: Venezuelas
-
Staatschef Hugo Chávez
soll im Rahmen des Alternativgipfels am
-
Freitag in der Wiener
Arena auftreten; Boliviens Evo Morales werden
-
seine Fans am Samstag bei
der Abschlussveranstaltung des Gegengipfels
-
zu Gesicht bekommen; und
bereits am Donnerstag diskutierte Mexikos
-
konservativer Präsident,
Vicente Fox Quesada, in der überfüllten
-
Diplomatischen Akademie
über seine Reformpolitik der vergangenen
-
sechs Jahre.
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- Während die
Verhandlungen zwischen der EU und den
-
lateinamerikanischen
Staaten über eine gegenseitige Öffnung ihrer
-
Märkte festgefahren
scheinen, warb Fox für das globalisierte Mexiko:
-
43 verschiedene
Freihandelsabkommen habe das Land inzwischen
-
geschlossen (seit 2000
ist auch ein Abkommen mit der EU in Kraft),
-
der Außenhandel des
Landes sei größer als der ganz Lateinamerikas,
-
und mehr als 60
österreichische Unternehmen machten Geschäfte im
-
Land.
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- "Diese Öffnung
hat Arbeitsplätze und Einkommen für die Menschen
-
geschaffen", sagte
der scheidende Staatschef Fox, der bei den Wahlen
-
am 7. Juli nicht mehr
antritt. Die Öffnung Mexikos habe auch den
-
Armen genützt: So
müssten etwa nur noch vier Prozent der Bevölkerung
-
von weniger als einem
Dollar pro Tag leben.
-
- Die Publikumsfragen
an Fox waren kritisch: Warum versuchen jährlich
-
hunderttausende Mexikaner
illegal in die USA einzuwandern, wenn alles
-
so rosig sei, wollte ein
Zuhörer wissen. "Diese Migration gibt es vor
-
allem deswegen, weil die
US-Wirtschaft frische Arbeitskräfte
-
braucht", antwortete
Fox.
-
- Warum die Regierung
in der vergangenen Woche Proteste im Dorf San
-
Salvador Atenco mit
brutaler Polizeigewalt habe niederschlagen
-
lassen, fragte ein
anderer Zuhörer. Bei dem Polizeieinsatz starb ein
-
14-jähriger Bub. Die
Proteste im Dorf waren ausgebrochen, nachdem die
-
Behörden mehrere
illegale Blumenhändler verhaften ließen. Auch
-
Amnesty International hat
den Fall inzwischen aufgegriffen. "Diese
-
Vorfälle waren sehr
unglücklich. Wenn die Gewaltanwendung tatsächlich
-
übertrieben war,
werden die Vorfälle untersucht", sagte Fox kurz und
-
rauschte zu
Bundespräsident Heinz Fischer in die Hofburg ab. Geredet
-
wurde diesmal wieder
hinter verschlossenen Türen.
-
- Anschließend
rief Fox vor der Presse zur weiteren Integration
-
Lateinamerikas auf. Dabei
sollten auch die Erfahrungen der EU genutzt
-
werden. Fischer sagte,
Mexiko habe mit dem Amtsantritt von Fox im
-
Jahr 2000 "ein neues
Kapitel der demokratischen Entwicklung
-
aufgeschlagen". Der
friedliche Machtwechsel habe funktioniert. Dies
-
sei auch in Österreich
auf "Aufmerksamkeit und Anerkennung" gestoßen,
-
ebenso wie die Tatsache,
dass Mexiko mittlerweile die Todesstrafe
-
abgeschafft habe.
-
- Vor der Hofburg
protestierte unterdessen eine Hand voll Demonstranten
-
gegen die Ereignisse in
San Salvador Atenco. Sie bezeichneten Fox als
-
"Asesino"
(Mörder). Fox erklärte dazu in der Pressekonferenz, der
-
gerechtfertigte Einsatz
werde in "voller Respektierung der Gesetze"
-
komplett untersucht: "Das
letzte Wort werden die Richter haben."
- (DERSTANDARD,
Printausgabe, 12.5.2006)
-
- Tausende
marschieren gegen die Repression in Atenco
-
- von Laura Poy und
Emir Olivares La Jornada, 13. Mai 2006
-
- Die Verurteilung der
Polizeigewalt in San Salvador Atenco war
-
einhellig. Tausende
gingen auf die Straße, um ihre Ablehnung des
-
"Horrors" in
diesem Dorf zu demonstrieren, und um die
-
"bedingungslose"
Freilassung aller Gefangenen zu fordern, die bei der
-
Konfrontation zwischen
den Dorfbewohnern von Atenco und der Polizei
-
am 4. Mai 2006 verhaftet
worden sind.
-
- Studenten, Lehrer,
Aktivisten, Indigenas und Mitglieder der Front der
-
Dörfer in
Verteidigung des Landes (FPDT), führten den Protestmarsch
-
zusammen mit
Subcomandante Marcos an, der ständig von einer
-
Menschenkette beschützt
wurde.
-
- Unter Beteiligung von
Mitglieder des Generalstreikrats der Autonomen
-
Universität von
Mexiko (UNAM), Studenten der Autonomen Universitäten
-
von D.F. (UAM), der
Autonomen Universität von Chapingo und Mexiko
-
Stadt, sowie des
Nationalen Polytechnischen Instituts, der Nationalen
-
Schule für
Anthropologie und Geschichte (ENAH) und zivilen und
-
gewerkschaftlichen
Organisationen, forderte die Mobilisierung den
-
Rückzug der
öffentlichen Sicherheitskräfte aus dem Bezirk von Atenco,
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und die Bestrafung der
Aggressionen, die bei der gewaltsamen Räumung
-
die Dorfbewohner verübt
worden sind.
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- In seiner Rede
bekräftige Delegado Zero: "wir sind heute von der Wut
-
und Empörung
zusammengerufen, die durch das Wissen entstehen, dass
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für die von Oben,
Frauen die Kriegsbeute sind, die den
-
"Ordnungstruppen"
im voraus versprochen werden. Die Aggression, die
-
gegen unsere Compañeras
als Frauen sind verübt wurde und wird,
-
bedeutet nicht nur, dass
sie geschlagen und gefangen werden, sondern
-
man versucht sie auch
moralisch zu erniedrigen und zu zerstören. Die
-
Botschaft richtet sich
nicht nur gegen sie als Frauen, die für ein
-
besseres Land kämpfen,
für ein anderes Mexiko, sondern gegen alle
-
Frauen in Mexiko."
-