- Worte
der Sechsten Kommission der EZLN
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für
die Veranstaltung "Frauen ohne Furcht: Wir sind alle Atenco",
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im
Salón Los Angeles, Mexiko Stadt. 22. Mai, 2006.
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- Guten Abend.
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- Mein Name ist Marcos,
Subcomandante Insurgente Marcos.
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- Für diejenigen,
die mit dem Zapatismus vertraut sind, ist es vielleicht nicht
notwendig zu erklären, was ich hier zu suchen habe, auf einer
Veranstaltung von Frauen und für Frauen.
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- Natürlich sind
Sie nicht nur einfach Frauen, sondern Frauen, die beschlossen haben
Ihre Stimmen zu erheben, um gegen die Angriffe der Polizei zu
protestieren, die andere Frauen erlitten haben und erleiden, seit
dem 3. und 4.. Mai in San Salvador Atenco, im Bundesstaat México,
Republik Mexiko.
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- Sie sind hier, dort
und überall, Frauen ohne Furcht.
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- Mein Name ist
Subcomandante Insurgente Marcos, und unter anderem, bin ich der
Sprecher der EZLN, eine mehrheitlich indigene Organisation, die für
Demokratie, Freiheit und Gerechtigkeit in unser Land kämpft,
das Mexiko heißt.
-
- Als Sprecher der
EZLN, spricht durch meine Stimme, die Stimme dieser anderen Männer
und Frauen, die uns bilden, die uns Gesicht, Wort und Herz
verleihen.
-
- Eine kollektive
Stimme.
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- In dieser kollektiven
Stimme ist die Stimme der zapatistischen Frauen.
-
- Und mit unsere
Stimmen und unser Hören, ist auch unser Sehen, unsere
zapatistischen Lichter und Schatten.
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- Mein Name ist Marcos,
und unter den vielen persönlichen Defekten, die ich, manchmal
mit Zynismus und Forschheit trage, bin ich auch ein Mann, Macho,
männlich.
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- Als solcher, muss ich
eine Reihe von Archetypen, Klischees, Beweise mit mir
herumschleppen, und nicht selten zur Schau stellen.
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- Nicht nur in Hinsicht
zu mir und meinem Geschlecht, sondern auch und vor allem bezüglich
Frauen, dem weiblichen Geschlecht.
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- Zu den Defekten, die
mich persönlich definieren, könnte man auch den
hinzufügen, den wir als Zapatisten haben, nämlich den,
unsere Fähigkeit in Staunen und Verwunderung versetzt zu
werden, noch nicht verloren zu haben.
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- Als Zapatisten nähern
wir uns manchmal anderen Stimmen, von denen wir wissen, dass sie
anders sind, fremd, und dennoch ähnlich und eigen.
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- Stimmen, die unser
Hören, mit ihrem Licht und ihrem Schatten, erstaunen und
verwundern.
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- Stimmen, zum
Beispiel, von Frauen.
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- Aus dem Kollektiv,
das uns Gesicht und Name, Richtung und Weg verleiht, geben wir uns
große Mühe zu entschließen, wohin wir unser Ohr und
Herz lenken wollen.
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- Und jetzt
entschließen wir uns, die Stimme der Frauen ohne Furcht zu
hören.
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- Kann man einem Licht
lauschen? Und wenn ja, kann man einem Schatten lauschen?
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- Und wer noch
entschließt sich, heute, mit uns gemeinsam, ihr Ohr, und damit
ihr Denken und ihr Herz zu leihen, um diesen Stimmen zu lauschen?
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- Wir haben uns
entschlossen. Wir haben entschlossen hier zu sein, zuzuhören
und zum Echo einer Ungerechtigkeit zu werden, die gegen Frauen
verübt worden ist.
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- Wir haben
entschlossen keine Angst zu haben, um denen zuzuhören, die
keine Angst hatten zu sprechen.
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- Die Brutalität,
die von den schlechten mexikanischen Regierungen in San Salvador
Atenco, am 3. und 4. Mai, gegen die Gefangenen verübt worden
ist, und bis zum heutigen Abend weiterhin anhält, und
insbesondere die Gewalt gegen die Frauen ist was uns heute
zusammenruft.
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- Und nicht nur das.
Diese schlechten Regierungen versuchen Furcht durch ihre Aktionen zu
schüren, aber was sie stattdessen erreichen, ist Empörung
und Wut zu schüren.
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- In einer Tageszeitung
heute morgen, behauptete eine der Personen, die sich gemeinsam mit
Vicente Fox und seinem Kabinett damit brüstet "den
Rechtsstaat durchgesetzt" zu haben, Señor Peña
Nieto (angeblicher Gouverneur des Bundesstaates México), die
Vorgänge in Atenco seien geplant gewesen.
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- Wenn das stimmt, dann
müssen diejenige, die geschlagen, illegal festgenommen, sexuell
missbraucht, vergewaltigt und erniedrigt wurden, unter anderen auch
geplant haben, Frauen zu sein.
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- Aus den Aussagen
derer ohne Furcht, die unsere Compañeras sind, wissen wir,
dass sie als Frauen angegriffen wurden, dass ihnen körperlich
als Frauen Gewalt angetan wurde.
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Und aus ihren Worten
wissen wir auch, dass die Gewalt, die gegen ihre Körper verübt
wurde, den Polizisten Vergnügen bereitete.
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- Der weibliche Körper,
mit Gewalt genommen, usurpiert, angegriffen, um Vergnügen zu
finden.
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- Und das Versprechen
auf dieses Vergnügen an den weiblichen Körpern, war der
Bonus, den die Polizisten erhalten haben, zusammen mit dem Befehl,
in Atenco "Frieden und Ordnung durchzusetzen".
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- Der Regierung
zufolge, müssen sie damit geplant haben, weibliche Körper
zu ergreifen, und mit einer extremen Perversion geplant haben, diese
Körper als Kriegsbeute für die "Gesetzeskräfte"
zu verwenden.
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- Señor Fox, der
Präsident der "Veränderung" und des
"Rechtsstaats" erläuterte uns vor einigen Monaten,
dass Frauen "Waschmaschinen auf zwei Beine" sind (nach
Garantie, mit Ratenabschluss und wenden Sie sich an die
Reklamation).
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- Und für die da
Oben gibt es diese Arbeits- und Vergnügungsmaschinen, die
weiblichen Körper, inklusive der Betriebsanleitung, die das
herrschende System ihnen zuweist.
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- Wenn ein Mensch als
Frau geboren wird, muss sie ihr ganzes Leben lang ein Weg befolgen,
der speziell für sie errichtet wurde.
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- Als Mädchen. Als
Jugendliche. Als junge Frau. Als Erwachsene. Als reife Frau. Als
Alte.
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- Und das nicht nur von
der Pubertät bis zur Menopause. Der Kapitalismus hat
herausgefunden, dass auch in der Kindheit und im Alter, Lust- und
Arbeitsobjekte erhältlich sind, und zur Aneignung und
Verwaltung dieser Objekte gibt es überall "Gobers
Preciosos" und pädophile Unternehmer.
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- Frauen sollten nach
Ansicht der oberen, ihr ganzes Leben damit verbringen, um Verzeihung
und Erlaubnis dafür bitten zu müssen am Leben zu sein, und
Frauen zu sein.
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- Und ein Weg voller
Stacheldraht entlang wandern.
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- Ein Weg, den es zu
kriechen gilt, mit Kopf und Herz am Boden gedrückt.
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- Und dabei, trotz
Befolgung der Bedienungsanleitung, Schrammen, Wunden, Narben,
Schläge, Amputationen, Tod auflesen.
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- Und den
Verantwortlichen für dieses Leid in sich selbst suchen, den das
Verbrechen eine Frau zu sein beinhaltet auch eine Verurteilung.
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- Laut der
Betriebsanleitung für die Ware "Frau", sollte das
Modell ihren Kopf immer gebeugt halten. Ihre produktivste Stellung
ist auf den Knien. Der Einbau eines Gehirns ist dabei unnötig,
und oft kontraproduktiv. Ihr Herz sollte mit Frivolitäten
gefüttert werden. Ihr Geist sollte durch den Wettstreit mit
anderen Geschlechtsgenossinnen um die Gunst der Käufer gepflegt
werden, dieser ewig unzufriedene Kunde, der Mann. Ihr Unwissen muss
genährt werden, um eine bessere Funktion zu garantieren. Das
Produkt ist fähig sich selbst instandzuhalten und zu optimieren
(und zu diesem Zweck sind neben Salons, Reparatur- und
Lackierwerkstätten, auch eine breite Auswahl an Zusatzartikel
erhältlich). Ihr Vokabular sollte nicht nur auf "ja"
und "nein" beschränkt werden, sondern sie sollte auch
lernen, wann sie diese Worte zu sagen hat, und wann nicht.
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- Die Betriebsanleitung
für das Produkt "Frau" beinhaltet auch eine Garantie
dafür, dass sie ihr Haupt immer gebeugt halten wird.
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- Und dass, sollte eine
von ihnen aus irgendeinem unbeabsichtigten oder vorsätzlich
herbeigeführten Konstruktionsfehler den Blick heben, die
unerbittliche Sense der Macht ihr unverzüglich die Stätte
ihres Denkens abhacken wird, und sie dazu verurteilen so durch das
Leben zu gehen, als ob eine Frau zu sein etwas sei, wofür man
um Verzeihung und um Erlaubnis bitten müsste.
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- Um diese Garantie zu
erfüllen, gibt es Regierungen, die ihr Mangel an Hirn durch die
Waffen und das Geschlecht ihrer Polizisten ersetzen; und zusätzlich
dazu, unterhalten die gleichen Regierungen Irrenhäuser,
Gefängnisse und Friedhöfe für die Frauen, die
irreparabel "beschädigt" sind.
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- Eine Kugel, ein
Faustschlag, ein Penis, Gefängnisgitter, ein Richter, eine
Regierung, kurzum, ein System, versieht eine Frau, die nicht um
Vergebung oder Erlaubnis fragt, mit einem Aushängeschild "Außer
Betrieb. Nicht wiederverwertbares Produkt".
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- Die Frau muss um
Erlaubnis bitten Frau zu sein, und diese wird ihr gewährt, wenn
sie sich an die Anweisungen der Betriebsanleitung hält.
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- Die Frau muss dem
Mann dienen, seinen Anweisungen stets folgen, um für das
Verbrechen zu sühnen eine Frau zu sein.
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- Zuhause, auf dem
Feld, auf der Strasse, in der Schule, am Arbeitsplatz, unterwegs, in
der Kultur, in der Kunst, in der Unterhaltung, in der Wissenschaft,
in der Politik; 24 Stunden am Tag und 365 Tage im Jahr, vom Tag
ihrer Geburt an bis zum Augenblick ihres Todes, sind Frauen mit
dieser Betriebsanleitung konfrontiert.
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- Aber einige Frauen
konfrontieren sie mit Rebellion.
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- Frauen, die anstatt
um Erlaubnis zu bitten, ihre eigene Existenz bestimmen.
-
- Frauen, die anstatt
um Vergebung zu bitten, Gerechtigkeit fordern.
-
- Denn die
Betriebsanleitung sagt, dass Frauen unterwürfig sein und
kriechen müssen.
-
- Und dennoch erlauben
sich einige Frauen die Frechheit aufrecht zu gehen.
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- Es gibt Frauen, die
ihre Bedienungsanleitung in Stücke reißen, und sich
aufrecht hinstellen.
-
- Es gibt Frauen ohne
Furcht.
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- Es heißt, wenn
eine Frau vorrückt, weicht kein Mann zurück.
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- Das kommt darauf an,
sage ich mit meinem Machismo reloaded, eine Mischung aus Pedro
Infante und José Alfredo Jiménez.
-
- Das kommt zum
Beispiel darauf an, ob der Mann der Frau, die vorrückt,
gegenübersteht.
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- Mein Name ist Marcos,
ich habe das persönliche Defekt Mann zu sein, Macho, männlich;
und die kollektive Tugend zu sein, wie wir Zapatisten sind.
-
- Als solcher gestehe
ich, bin ich beim Anblick einer Frau, die sich aufrichtet und ihre
Betriebsanleitung in Fetzen reißt, von Staunen und Bewunderung
erfüllt.
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- Eine Frau, die sich
aufrichtet, ist so wunderschön, dass nur ihr bloßer
Anblick einen erschauern lässt.
-
- Und genau das ist
Zuhören: lernen zu sehen.
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- Ein Hoch auf diese
Frauen, an unsere gefangenen Compañeras und jene, die sich
hier versammelt haben.
-
- Ein Hoch auf Ihre
Furchtlosigkeit.
-
- Ein Hoch auf den Mut,
den Sie uns geben, an die Überzeugung, die Sie uns verleihen,
dass, wenn wir nichts tun um dieses System zu ändern, wir alle
darin Komplizen sind.
-
- Aus der anderen
Mexiko Stadt.
-
Subcomandante Insurgente
Marcos
-
Mexiko, Mai 2006
-
- P.S. DAS FRAGT:
Welche Strafe verdienen die Regierungsbeamten, Befehlshaber und
Polizisten, die die Frauen, unsere Compañeras, auf diese
Weise angegriffen haben? Welche Strafe verdient ein System, welches
das Frausein in ein Verbrechen verwandelt hat? Wenn wir schweigen,
wenn wir wegsehen, wenn wir zulassen, dass die Polizeibrutalität
von Atenco straflos ausgeht, wer wird dann sicher sein? Ist die
Freilassung aller Atenco-Gefangenen damit nicht eine Frage der
elementaren Gerechtigkeit?
-
- * * *
-
- (übs. von Dana)
-
- Der
Mann, der Seine Gewänder verlor
-
- Eine Reflektion über
den Polizeiangriff in Atenco:
-
"Eine Regierung, die
das Volk nicht kennt, kann unmöglich verstehen, was seinen
revolutionären Geist nährt"
-
- Von Miles Train
-
- Der Andere
Journalismus mit der Anderen Kampagne in Mexiko 15. Mai 2006
-
- Von hier aus,
irgendwo in den Bergen, sieht es so aus, als ob seine Gewänder
dabei wären sich aufzulösen. Es sind hübsche
Gewänder, aus Seide, mit all den modernen Falten und Quasten,
aber schlecht zusammengenäht. Bald, so denke ich, wird der Mann
nackt dastehen. Ah, Mexiko, nackt und beschämt vor den Augen
der Welt.
-
- Das musste aber ja
auch passieren, mit einem so schlecht genähten Gewand. Da
reicht schon ein Zerren, um es aufzulösen. Das hat es dann
auch, vor etwa einer Woche, am 3. Mai - San Salvador Atenco.
-
- Der Mann, der keine
Blumen mochte und seine Gewänder verlor.
-
- 16 Jahre lang während
der Erntezeit, pünktlich wie ein Uhrwerk, versammelten sich die
wandernden Blumenhändler aus dem Tal von Texcoco auf dem Centro
Historico der Bezirkshauptstadt, um Nopales, Salat, Radieschen und
ihre bunten Blumensträuße zu verkaufen. Das Vorhaben in
der Innenstatt von Texcoco (ca. 20 Meilen östlich von Mexiko
Stadt) ein Walmart hinzuknallen, ließ jedoch die politischen
und wirtschaftlichen Interessen rund um das Centro Historico hinauf
schießen. Die Ereignisse nahmen am 10. April ihren Lauf.
-
- Aus einem Brief der
dörflichen Blumenverkäufer aus dem Tal von Texcoco (die
letztendlich die lokale und staatliche Regierungen um einen Dialog
ersuchten): "Wir erreichten den Marktplatz um zu arbeiten, und
sahen 100 Bezirkspolizisten und mehr als 20 Rathausbeamte. Sie
hinderten uns daran zu arbeiten (alte Menschen und schwangere
Frauen), und da sie uns schon bei anderen Gelegenheiten verprügelt
und unserer Waren beraubt haben, beschlossen wir uns
zurückzuziehen." Eine Lösung wurde nicht erzielt.
-
- Am Morgen des 3. Mai
wurde es hässlich. Die Zahlen variieren, es ist nicht klar wie
viele Blumenverkäufer am Morgen des 3. Mai aufwachten um auf
den lokalen Marktplatz zu gehen und ihre Produkte zu verkaufen.
Einigen Quellen zufolge waren es 40, laut anderen 60, die Regierung
sagt 8. Die Blumen wurden an diesen Morgen jedoch niemals verkauft,
da es wenige Stunden nach der Dämmerung zum Gewaltausbruch kam.
-
- Es gab an diesem
Morgen jedoch Anstalten zum Dialog, und es hat den Anschein - wie
einem Interview der Radio UNAM mit Lionel Rivero zu entnehmen ist,
einer der Anwälte der 180 Verhafteten in Almoloyita - als ob
der PRD Bürgermeister von Texcoco, Nazario Gutiérrez,
den Blumenhändlern die Erlaubnis erteilt hätte, sich am 3.
und 10. Mai an ihrer üblichen Stelle auf dem Marktplatz zu
versammeln.
-
- Sie wurden jedoch
verraten. Die staatliche Polizei untersagte den Campesinos gegen
7:00 Uhr ihre Stände aufzustellen. Alle, die ein Zeichen von
Widerstand zeigten wurden brutal zusammengeschlagen. Die Einwohner
des Nachbardorfes Atenco, Mitglieder der Front der Dörfer in
Verteidigung des Landes (Frente de los Pueblos en Defensa de la
Tierra, oder FPDT) - die in 2002 durch ihren erbitterten Widerstand
gegen das Vorhaben der Regierung, auf ihrem Boden ein Flughafen zu
errichten, zu einem heldenhaften Symbol der Graswurzelorganisation
und Volkskampfes geworden sind - eilten den Blumenhändlern von
Texcoco zu Hilfe, und errichteten Straßenblockaden auf der
Autobahn Texcoco-Lecheria, eine wichtige Hauptverkehrsader.
-
- Die Hunde wurden
losgelassen, und die Gewalt, die daraufhin entfesselt wurde, war
entsetzlich.
-
- Der Aussage dreier
Polizisten zufolge (die unter Zusicherung der Anonymität vom
Menschenrechtszentrum (PRODH), dokumentiert, und in der La Jornada
vom 11. Mai 2006 veröffentlicht worden ist), waren an dem
Angriff gegen die Einwohner von Atenco mehr als 3.500 Elemente der
staatlichen Polizei, sowie 900 Elemente der Präventiven
Bundespolizei beteiligt. "Wir hatten den Befehl auf alles
einzuschlagen was sich bewegte, aber darauf zu achten, dass die
Presse das nicht mitkriegte," enthüllt die Zeugenaussage.
-
- Die Befehle wurden
mit äußerster Gründlichkeit ausgeführt (bis auf
die Sache mit der Presse). Bilder, die von den alternativen Medien
vor Ort, sowie einige Filmaufnahmen der Massenmedien (die später
unterdrückt, und infolgedessen nie wieder gesendet wurden),
zeigen Scharren staatlicher Polizisten in Sturmpanzerung, die
rückhaltlos auf bewusstlose alte Männer einschlagen,
verschreckte Frauen mit blutigen Gesichtern, die weggezerrt werden,
dürre Teenager mit tiefen Platzwunden am nackten Oberkörper,
ein junges Mädchen, das kopfüber wie ein Tier auf die
Ladefläche eines Polizeilastwagens geworfen wird, ein Polizist
der seinen Fuß zwischen ihre Schenkel stößt, und
schließlich, der leblose Körper eins 14-jährigen
Jungen - mit einer Kugel in der Brust.
-
- Der Mann, der log,
und seine Gewänder verlor.
-
- Regierungen lügen,
um ihre Interessen zu schützen; und man kann mit einiger
Sicherheit davon ausgehen, dass der Tod von Javier Cortés
Santiago, 14 Jahre alt, nicht im Interesse der Regierung lag. Die
offizielle Version, die am 3., 4. und am Morgen des 5. Mai, in den
Massenmedien die Runde machte (aber von den alternativen Medien vor
Ort in Atenco umgehend zurückgewiesen wurde), lautete, dass
Javier durch einen explodierenden Feuerwerkskörper ums Leben
gekommen war. Die allgemeine Anregung oder unterschwellige Andeutung
(wenn man so will) dabei war, dass der junge Javier von den
rücksichtslosen Einwohnern von Atenco getötet worden sei.
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- Nachdem die
Ergebnisse der Autopsie eingereicht wurden, gaben jedoch der
mexikanische Generalstaatsanwalt, Abel Villicaña, und
Gouverneur Enrique Peña Nieto öffentlich zu, dass der
Tod des Jugendlichen, durch eine tödliche Schusswunde, Kaliber
38 verursacht worden war. Trotz der Tatsache, dass Kaliber 38 die
übliche Waffe der staatlichen Polizei ist, die an dem Einsatz
beteiligt war, wies Wilfrido Robledo Madrid, Polizeipräsident
der Staatlichen Sicherheitskräfte, die Vorstellung, dass seine
Jungs Javier getötet haben könnten, weit von sich, und
sagte, dass "keiner, der am Einsatz beteiligten Beamten,
bewaffnet war."
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- Der Aussage zufolge,
die vom Menschenrechtszentrum Miguel Agustin dokumentiert wurde,
waren Robledo Madrids Jungs bei diesem Einsatz bis zu den Zähnen
bewaffnet. Die Aussage enthüllt, dass die mehr als 3.500
staatliche Polizeibeamte, sowohl mit R-15 Gewehre und Flinten vom
Kaliber 38 bewaffnet waren, als auch mit Revolver vom Kaliber 9
Millimeter.
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- In der Aussage wird
erklärt: "Wenn wir an einem Einsatz teilnehmen, ist
niemals genug Zeit sich zu entwaffnen. Sie sagen uns nur, wir sollen
uns beeilen, also gehen wir immer bewaffnet zu den Einsätzen.
Wir verstecken die Waffen in unsere Hosen und Hemden, damit die
Menschen nicht merken, dass wir bewaffnet sind. Wir tragen R-15
Gewehre, Flinten, Kaliber 38 - die 38er ist die Waffe der
Polizeichefs - aber auch 9 Millimeter Schusswaffen. Bei dieser
Gelegenheit gab es Bewaffnete."
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- Später in der
Zeugenaussage fragt das Menschenrechtszentrum: "Und der Junge,
der gestorben ist?"
-
- Der Polizist
antwortet: "Das war ein Einschuss aus einer speziellen 38er."
-
- PRODH: "Und wer
verwendet diese Waffe?"
-
- Polizist: "Wir,
die Staatspolizei, und sie wurde von einem Kollegen abgefeuert."
-
- PRODH: "Hat er
den Jungen in der Hitze des Gefechts erschossen, oder auf direkte
Weise?"
-
- Polizist: "Auf
direkte Weise. Der Junge hatte entdeckt, dass der Agent sich
versteckte; er rief da sei ein Agent der staatlichen Polizei, und
darauf zog der Agent seine Waffe und erschoss ihn."
-
- Der Mann, der Frauen
missbrauchte und dann seine Gewänder verlor.
-
- Die schieren Ausmaße
des Polizeieinsatzes - die kreisenden Hubschrauber, Informanten in
Zivilkleidung, Kommandanten und Brigaden aus weit entfernten
Gegenden des Bundesstaates von Mexiko, wie Tlalnepantla, Ecatepec,
Nezahualcóyotl, Chalco, Amecameca, und die verschiedenen
involvierten Polizeitruppen, wie el FAR, Saetas, Caninos und Ases,
sowie die Präventive Bundespolizei - die gegen die Macheten
schwingenden Bauern von Atenco, sowie gegen unbeteiligte Bewohner
entfesselt wurden, lässt kein Zweifel übrig: die Befehle
kamen von oben. Verantwortung ist schwer.
-
- Genauso wie, sagen
wir, George W. Bush im Abu Gharalb Skandal materiell impliziert ist,
ist Vicente Fox materiell impliziert, in all den erwarteten und
unerwarteten Konsequenzen des Atenco Einsatzes. Bei dem Gedanken,
müssen er und seine Handlanger sich sicher vor Unbehagen
winden.
-
- Es geht nicht nur um
die Ermordung des jungen Javier, oder das brutale Einschlagen der
Polizisten auf bewusstlose, alte Männer. Der Kollateralschaden
des Polizeiangriffs in Atenco beinhaltet auch sexuellen Missbrauch.
-
- Am Morgen des 4. Mai,
brachen die koordinierten bundesstaatlichen Polizeikräfte mit
überwältigender Gewalt über Atenco ein. Wie John
Gibler, von Global Exchange berichtete, "Gegen 6:30 Uhr, wurde
Atenco von mehr als 3000 Polizisten umzingelt und gestürmt, sie
füllten die Strassen, knüppelten jeden nieder, der ihnen
im Weg stand, und feuerten Tränengaspatronen, sowohl um zu
desorientieren, als auch um zu töten. Mehrere Demonstranten
wurden mit Gaspatronen aus Metal, drei Zoll hoch, und ein Zoll dick,
aus nächster Nähe in den Kopf geschossen.
-
- Auf den Strassen
herrschte Chaos. Die Einwohner von Atenco leisteten Widerstand gegen
den Angriff, mit allen Mitteln, die ihnen zur Verfügung
standen; sie verbrannten Autoreifen, warfen Molotow-Cocktails, und
schwangen Fäuste und Macheten. Nach Stunden der Polizeigewalt
war der Widerstand jedoch niedergeschlagen, und San Salvador Atenco
war besiegt. Bald daraufhin war es eine besetzte Stadt.
-
- Männer, Frauen
und Kinder kauerten still in ihren Häusern, versteckten sich
und warteten auf ein Ende der Gewalt. Die Polizei jedoch hatte klare
Befehle.
-
- Der Aussage der
Polizisten zufolge, die vom Zentrum PRODH dokumentiert wurde: "Dann
kam der Befehl, er kam von der Regierung, durch die Kommandanten, in
die Häuser einzudringen und die Menschen auseinander zu jagen."
-
- Das
Menschenrechtszentrum fragte: "Hatten sie Anweisung nur die
Personen festzunehmen, die mit den Anführern beteiligt gewesen
waren?"
-
- Polizisten: "Nein,
alles was sich bewegte, Es wurden auch Leute verhaftet, die mit den
Ereignissen nichts zu tun hatten. Einige waren auf dem Weg zur
Arbeit, andere waren nur mit dem Fahrrad unterwegs, sahen nur zu,
und wurden ebenfalls festgenommen. Alle, auf den Strassen und in den
Häusern."
-
- Jugendliche, Frauen,
Macheten schwingende Campesinos, unbeteiligte Zuschauer,
mexikanische Journalisten, ausländische Aktivisten und
Fotografen wurden wahllos festgenommen, blutig geschlagen, wie Tiere
in Polizeilastwagen geworfen, und auf einer ungewöhnlich langen
Reise in das Santiaguito Gefängnis mitgenommen.
-
- Es gibt zahlreiche,
entsetzliche Zeugenaussagen, sowohl von den Frauen von Atenco, als
auch von ausländische Aktivisten und Journalisten (aus Chile,
Katalonien und Deutschland), darüber was sich in der
verschwitzten, finsteren Gesetzlosigkeit der Polizeilastwagen, auf
dem Weg in das Santiaguito Gefängnis zugetragen hat. Schmutzige
Hände griffen zwischen den Beinen der Frauen, harte Fäuste
schlugen auf ihre Brüste, Säcke über ihre Köpfe
gestülpt; in einigen Fällen kam es zu Penetration. Man
beschimpfte sie als "Nutten" und schlug sie, wenn sie sich
bewegten. Sie wurden befummelt, misshandelt, ihre Gesichter wurden
in Blutlachen gepresst; ihre Kleidung zerfetzt. Einige wurden
vergewaltigt, andere begrapscht. Alle wurden missbraucht. Fast drei
Stunden später, erreichten die Lastwagen das Gefängnis
Santiaguito. Die Ausländer wurden deportiert; die Einwohner
blieben, zitternd und ohne medizinische Behandlung, in den Zellen
von Santiaguito.
-
- Der Mann, der seinen
eigenen Prinzipien nicht folgte, und seine Gewänder verlor.
-
- Der Polizeieinsatz
gegen Atenco trug eine einzige und unmissverständliche
Botschaft: Dissens wird nicht toleriert; die "mano dura"
(harte Hand) des Staates, wird zur Anwendung kommen. Die Wurzel der
Idee sind machiavellistisch. "Man ist besser gefürchtet,
als geliebt", erklärte Machiavelli in "Der Fürst",
unter Berufung darauf, dass es "viel sicherer ist gefürchtet
zu werden, als geliebt, wenn man schon auf eins von beiden
verzichten muss." Später in Kapitel XIX schreibt
Machiavelli jedoch, "man sollte es vermeiden verabscheut und
gehasst zu werden." Er fährt fort, "Am meisten Hass
zieht man sich zu . wenn man sich am Eigentum und den Frauen seiner
Untertanen vergreift."
-
- Tathergang:
-
- In 2002 versuchte die
Regierung die Einwohner von San Salvador Atenco gewaltsam zu räumen,
um der Enteignung von mehr als 5000 Hektar Land den Weg zu öffnen,
auf dem ein neuer Flughafen für Mexiko Stadt gebaut werden
sollte. Den Einwohnern wurde als Entschädigung für die
Enteignung ihres Landes, die absurde Summe von 6 Pesos (ca. 0,40 ?)
pro Quadratmeter angeboten. Sie leisteten Widerstand; sie kämpften
lange und gut. Ihr Eigentum, und damit ihre gesamte
Existenzgrundlage, standen auf dem Spiel.
-
- Am 3. und 4. Mai
2006, versuchte der Polizeieinsatz, die lokalen Blumenhändler
aus ihren traditionellen Stellungen auf dem Marktplatz im
Stadtzentrum gewaltsam zu räumen. Wieder handelte es sich um
einen Angriff gegen ihr Eigentum, und folglich, ihre
Existenzgrundlage. Die Regierung wollte diesmal den Bau eines
Walmart ermöglichen (in dem Fall sind alle drei dominierenden
politischen Parteien materiell impliziert: der Bürgermeister
von Texcoco, Nazarlo Gutiérrez (Partei der Demokratischen
Revolution, oder abgekürzt PRD); der Gouverneur des
Bundesstaates Mexiko, Enrique Peña Nieto (Institutionelle
Revolutionäre Partei, PRI); und der mexikanische Präsident
Vicente Fox, (Nationale Aktionspartei, PAN)
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- Peiniger von Frauen:
-
- Es folgt ein Auszug
aus der Übersetzung eines Briefes der Chilenin Valentina Palma
Novoa, die seit 11 Jahren in Mexiko lebt, und eine Studentin der
Nationalen Schule für Anthropologie und Geschichte ist:
-
- "Man riss mich
an den Haaren und sagte 'Rein in den Laster, Nutte.' Ich konnte mich
kaum bewegen, aber sie wollten, dass wir uns unglaublich schnell
bewegten. Sie warfen mit auf einen Haufen anderer verwundeten und
blutenden Körper, und befahlen mir, meinen Kopf in eine
Blutlache zu legen. Ich wollte meinen Kopf nicht in die Blutlache
legen, aber ein schwarzer Polizeistiefel zwang mich dazu. Der
Lastwagen sprang an und setzte sich in Bewegung.
-
Unterwegs wurde ich von
den Händen vieler Polizisten betastet. Ich konnte nur meine
Augen schließen und die Zähne zusammenbeißen, in
der Hoffnung, dass das Schlimmste nicht passieren würde.
-
- Meine Hosen waren
heruntergezogen als der Lastwagen anhielt, und man mir befiehl
herunterzusteigen. Ich stieg unbeholfen herunter, und eine weibliche
Polizistin sagte, "überlasst die Nutte mir" und dann
schlug sie mir mit beiden Händen auf die Ohren. Ich fiel hin,
und zwei Polizeibeamte schleppten mich durch eine lange Reihe von
Polizisten, die nach uns traten, während wir in Richtung Bus
gezerrt wurden.
-
- Im Bus fragte mich
eine andere weibliche Polizistin nach meinen Namen, während
zwei andere, männliche Polizisten, meine Brüste roh
anfassten und mich auf den Körper eines alten Mannes warfen,
dessen Gesicht nur noch eine einzige Blutkruste war. Der alte Mann
schrie schmerzgepeinigt auf, als er das Gewicht meines Körpers
über ihn spürte. Ich versuchte mich zu bewegen, aber ein
Tritt im Rücken hielt mich davon ab. Mein eigener Schrei
brachte den alten Mann dazu erneut zu schreien, und in Gottes Namen
um Gnade zu bitten.
-