- REGIERUNG
FOX: MENSCHENRECHTSAGENDA NICHT UMGESETZT
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- (Fortaleza, 23. Mai
2006, adital).- Zentrale Bestandteile der
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žehrgeizigenœ
Menschenrechtsagenda, die Präsident Fox zu Beginn
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seiner sechsjährigen
Amtszeit vorgelegt hatte, sind nicht umgesetzt
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worden. Zu diesem Schluss
kommt ein Monat vor den
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Präsidentschaftswahlen
eine Untersuchung der
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Menschenrechtsorganisation
Human Rights Watch. In dem Bericht mit dem
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Titel žDer unvollendete
Wechsel: Fortschritte und Fehler der
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Regierung Fox auf dem
Gebiet der Menschenrechteœ werden die Erfolge
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und Misserfolge der
Menschenrechtspolitik des mexikanischen
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Präsidenten
analysiert. Der Bericht beinhaltet außerdem ausführliche
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Empfehlungen an den neuen
Präsidenten, der am kommenden 2. Juli
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gewählt wird:
Vorschläge zur Konsolidierung der bereits erreichten
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Ziele und gleichzeitig
zur Vermeidung der Fehler des Vorgängers.
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- Vicente Fox war im
Jahr 2000 mit dem Versprechen gewählt worden, das
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alte politische System,
das sich jahrzehntelang in Vertuschung geübt
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hatte, von Grund auf zu
reformieren. Das vorherige Regime war vor
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allem geprägt durch
regelmäßige Verletzung von Gesetzen und
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Grundrechten und die
anschließende Deckung dieser Verbrechen durch
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die Verweigerung des
Zugangs zu grundlegenden Informationen und der
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Verhinderung einer
internationalen Beobachtung der Vorgänge im Land.
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- Mit den Wahlen im
Jahr 2000 schloss sich in Mexiko das Kapitel der
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Einparteienherrschaft der
Partei der Institutionellen Revolution
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(PRI). Der Übergang
zur Demokratie brachte jedoch neue
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Herausforderungen mit
sich: vor allem die Beendigung der
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systematischen Verletzung
von Menschenrechten und deren Vertuschung.
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Der Präsident
brachte zwei wichtige Initiativen ein, die diesen
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historischen Missstand
beheben sollten. Die erste war die Einsetzung
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eines
Sonderstaatsanwalts, der die schlimmsten Verbrechen früherer
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Regierungen untersuchen
sollte. Zentrale Themen waren die Massaker an
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Studenten 1968 und 1971
sowie das Verschwindenlassen von mehreren
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hundert Menschen während
des žschmutzigen Kriegesœ gegen
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Oppositionelle in den
Siebzigern und Achtzigern.
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- Die Ergebnisse dieser
historischen Initiative sind bislang jedoch
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enttäuschend
gewesen. Eine der wichtigsten Ursachen hierfür liegt
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darin, dass die Regierung
die neu geschaffene Behörde politisch,
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technisch und finanziell
nicht in dem Maße unterstützte, wie es
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notwendig gewesen wäre,
um gegen die Widerstände aus Armee und
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weiteren in
Menschenrechtverletzungen verwickelten Behörden
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anzugehen. Dem
Sonderstaatsanwalt gelang es zwar, einige ehemalige
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Beamte zu verhaften und
vor Gericht zu stellen. Doch seine Bemühungen
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haben bisher nicht zu
einer Verurteilung oder zur Aufklärung des
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Großteils der Fälle
geführt, mit denen sein Büro beschäftigt ist.
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- Die zweite wichtige
Initiative von Präsident Fox war der Kampf gegen
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die Polizeibrutalität
und anderen systematischen Machtmissbrauch im
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Namen der öffentlichen
Sicherheit. Als Teil einer größeren
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Justizreform hatte die
Regierung mehrere Maßnahmen vorgeschlagen, um
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die zwei häufigsten
Fälle von Menschenrechtsverletzungen zu
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bekämpfen: der
Einsatz von Folter bei der Erpressung von
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Geständnissen und
der Missbrauch der Präventivhaft. Beide
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Problembereiche führten
u.a. dazu, dass Unschuldige monatelang wie
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verurteilte Verbrecher
behandelt wurden. Diese dringend notwendigen
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Maßnahmen werden
jedoch seit bereits zwei Jahren im Kongress
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blockiert.
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- Der Regierung Fox ist
es nicht gelungen, die politische Klasse und
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die Öffentlichkeit
davon zu überzeugen, dass die Achtung der
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Menschenrechte die
öffentliche Sicherheit nicht gefährdet, lautet das
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Fazit von Human Rights
Watch. žDas Fehlen von Fortschritten im
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Justizbereich ist
insbesondere deswegen so frustrierend, weil die
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Bedingungen für
einen echten Wandel in Mexiko tatsächlich gegeben
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warenœ, meinte José
Miguel Vivanco, der Leiter der Amerika-Abteilung
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der Organisation.
žPräsident Fox hatte ein eindeutiges Mandat zu
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einem Wandel und klare
Vorstellungen davon, wie dieser umzusetzen
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sei.
Es hat letztendlich jedoch an der Durchsetzungskraft gefehlt.
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